Braucht etwas Zeit

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ecinev Avatar

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Viola Decker wacht im Krankenhaus auf und weiß sofort, irgend etwas ist anders. Bei einem Deckenabsturz im Keller hat sie ein Bein verloren. Ein gemeinsames Eheleben mit ihrem Mann Adam im ersten Stock daher für sie unerreichbar. Sie bezieht ein Gästezimmer im Erdgeschoß und muss akzeptieren, dass ihr Mann eine Pflegerin für sie engagiert. Der unfreundliche Empfang durch die Pflegekraft nach den Wochen im Krankenhaus lassen böses ahnen denn sowohl die Pflegerin als auch ihr Ehemann versuchen ihr jegliche eigenständige Mobilität zu nehmen. Die Freundinnen wurden durch eine WhattsApp Gruppe abgehalten sie zu besuchen und setzen sich doch darüber hinweg. In ihrer Einsamkeit stößt Viola auf Tracker die sie kurzerhand bestellt und steckt ihrem Mann heimlich einen zu um so zu erfahren was er so den ganzen Tag treibt. Und siehe da, sein Verhalten passt nicht zu den Schilderungen er habe den ganzen Tag am Schreibtisch verbracht. Als sie dann noch bemerkt, dass ihr Zimmer durchsucht wurde ist sie alarmiert.

Über weite Teile ist das Buch eine Schilderung des eingeschränkten Lebens in dem abgelegenen nur teilweise renoviertem Haus und den Aktivitäten des Mannes dessen Lügen sie mit Hilfe der Tracker aufspürt. Erst zum Ende hin als der Leser mehr in die Vergangenheit von Viola Decker eintaucht wird das Buch superspannend und bis zum Ende hin kann man es dann kaum mehr aus der Hand legen.

Ich habe schon länger keine Bücher von Poznanski gelesen, aber dieses Buch hat mich am Ende doch gepackt.