Digitales Katz-und Mausspiel

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salander Avatar

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Im Zentrum der Geschichte steht die Innenarchitektin Viola Decker, die im Krankenhaus aufwacht und mit der Amputation eines Beines zurechtkommen muss. An den schweren Unfall im Weinkeller ihres alten renovierbedürftigen Hauses kann sie sich nur bruchstückhaft erinnern. Obwohl sich ihr Mann Adam, ein smarter Marktforscher, der in der Öffentlichkeit steht und viele weibliche Fans hat, rührend um sie kümmert, vermutet die Mittdreißigerin noch im Krankenhaus, dass er sie verlassen wird. Viola bleibt im Erdgeschoss ans Haus gefesselt und muss sich gegen eine wortkarge, übergriffige Pflegerin durchsetzen. Um ihren Mann und ihr gesamtes Umfeld auszuspionieren, installiert sie winzigkleine GPS-Tracker.

Leider hat mich das digitale Katz-und-Maus-Spiel schnell gelangweilt. Das Misstrauen, dass Viola ihrem Ehemann, mit dem sie seit Jahren verheiratet ist, von Anfang an entgegenbringt, war für mich nicht nachvollziehbar erzählt. Die Schilderungen der alltäglichen Routinen ermüden auf Dauer. Dagegen sind die körperlichen wie psychischen Herausforderungen, denen die Protagonistin ausgesetzt ist, noch das Interessanteste, wirken sensibel ausgearbeitet und fundiert. Violas Bemühen um Autarkie, um schnell wieder Kontrolle über das eigene Leben zu bekommen, nachvollziehbar beschrieben.

Spannung soll auch dadurch entstehen, dass die Ich-Erzählerin uns einiges aus ihrer Vergangenheit verschweigt. Für mich hat das leider gar nicht funktioniert, der Plot tritt auf der Stelle. Es fehlt an Tempo, und überraschende Wendungen oder Twists sucht man vergebens.