Domestic Thriller à là Poznanski

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beaswissgirl Avatar

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Mein Leseeindruck subjektiv, aber spoilerfrei ;)

Es ist schon fast zehn Jahre her seit ich etwas von der Autorin gelesen habe und eigentlich bin ich eher Fan ihrer Jugendbücher, hier bin ich jedoch wieder einmal neugierig geworden ;)

Bei Thrillern greife ich immer wieder gerne zur Hörbuchfassung, weshalb ich zuerst darauf eingehen werde, da ich die Geschichte grösstenteils in dieser Variante gehört habe.

Es war mein erstes Aufeinandertreffen mit Tessa Mittelstaedt und ich muss sagen, dass ich zu Beginn extrem Mühe hatte mit der Sprecherin. Ihre Stimme ist, jedenfalls hier bei diesem Roman unglaublich langweilig, monoton, ja fast schon einschläfernd und wirkte für mich auch zu alt für die Rolle der Viola. Irgendwie gewöhnte ich mich allerdings mit der Zeit an ihr Timbre und die Interpretation, würde jetzt aber nicht sofort wieder zu einer Vertonung von ihr greifen.

Poznanskis Schreibstil ist klar, unkompliziert, schnörkellos und flüssig zu lesen. Erzählt wird ausschliesslich aus der Sicht der Protagonistin in der ICH- Form im Präsens, was ich überhaupt nicht mag, doch durch die Hörbuchversion ist es mir gar nicht aufgefallen.

Viola ist, wie oben schon erwähnt unsere Hauptperson und obwohl sie gut ausgearbeitet ist, ihre Gefühls/ Gedankenwelt transparent dargestellt wurde, kann ich nicht behaupten, dass ich mir ihr warm wurde. Ehrlich gesagt auch mit keiner anderen Figur in der Geschichte, sei dies nun ihr Ehemann, ihre Freundinnen oder die Pflegerin. Eigentlich für mich in einem Thriller kein Problem, allerdings handelt es sich hier ja doch eher um ein Domestic Noir Werk und da erwarte ich mir dann doch etwas mehr von den Charakteren.

Die Idee an sich hat mir gut gefallen, ebenso der Einstieg und diese lauernde, unterschwellige Spannung. Ebenso war der ein oder andere Plottwist durchaus überraschend, Andere hingegen fand ich eine Spur zu drüber und gerade eine gewisse Auflösung war mir zu konstruiert. Ebenfalls war für meinen Geschmack die Story ein bisschen zu stark in die Länge gezogen und eine Taschenbuchausgabe hätte genügt!

Ich vergebe hiermit 3,75 Sterne