Gute Idee, frustrierende Erzählweise

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jana1234 Avatar

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„Das Signal” von Ursula Poznanski springt einem dank den markanten Cover direkt ins Auge und macht neugierig auf die Story. Auch der Einstieg überzeugt: Die Ausgangssituation ist ungewöhnlich und spannend genug, um einen direkt in die Geschichte hineinzuziehen. Man merkt schnell, dass hier etwas nicht stimmt – vor allem durch das merkwürdige Verhalten aller Charaktere, dessen Hintergründe man unbedingt entschlüsseln möchte.
Insbesondere die Sicht eines Menschen ohne Mobilität war für mich persönlich eine interessante Perspektive, die einen die Umwelt aus ganz anderen Augen betrachten lässt.

Der Schreibstil ist flüssig, und die kurzen Kapitel sorgen dafür, dass man leicht weiterlesen kann, selbst wenn inhaltlich nicht immer viel passiert. Lange Zeit lebt die Geschichte eher von Atmosphäre und unterschwelliger Spannung als von konkreten Ereignissen. Das funktioniert grundsätzlich, allerdings zieht sich der Mittelteil deutlich in die Länge und vieles wiederholt sich. Erst am Ende geht ein wenig Action los, die jedoch auch recht schnell vorbei ist.

Erschwert wird das Ganze zusätzlich durch die Ich-Erzählerin, die dem Leser wichtige Details bewusst verschweigt und stattdessen immer wieder kryptische, unvollständige Andeutungen streut. Anfangs ist das noch interessant, auf Dauer macht es die Handlung jedoch unnötig schwer nachvollziehbar und fängt an zu nerven.

Insgesamt ist “Das Signal” ein atmosphärischer Thriller mit einer starken Idee und einem spannenden Finale, der jedoch unter deutlichen Längen und einer teilweise frustrierenden Erzählweise leidet.