"Make Revenge sexy again"

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jess.liest Avatar

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Mit Poznanskis Büchern und mir ist es manchmal ein echtes Auf und Ab. Nachdem mich „Die Burg“ leider nicht überzeugen konnte, bin ich mit entsprechend gemischten Gefühlen, aber auch neuer Hoffnung an „Das Signal“ herangegangen – und diesmal wurde ich nicht enttäuscht.
Die Grundidee hat mich sofort abgeholt und wird ohne große Umwege umgesetzt. Eine lange Einführung gibt es nicht, stattdessen wird man direkt in die Geschichte hineingeworfen. Die Atmosphäre ist von Beginn an düster und beklemmend, und schnell wird klar, dass hier nichts so ist, wie es zunächst scheint. Dieses permanente Gefühl von Unsicherheit trägt stark zur Spannung bei.
Erstaunlicherweise habe ich keinen der Charaktere als besonders sympathisch empfunden. Das hat mich jedoch nicht daran gehindert, mit Viola mitzufiebern. Ihre Figur ist sehr gut ausgearbeitet, komplex und glaubwürdig, während die übrigen Charaktere im Vergleich etwas blasser bleiben. Hier hätte ich mir teilweise mehr Tiefe gewünscht.
Der Plot ist insgesamt recht vorhersehbar, die Auflösung war für mich spätestens ab der Hälfte des Buches absehbar. Dennoch bleibt der Spannungsbogen konstant hoch. Das liegt zum einen am flotten Erzähltempo, zum anderen an der sehr dichten Handlung, die kaum Raum für Verschnaufpausen lässt.
Insgesamt ist „Das Signal“ ein guter, spannender Thriller mit einer starken Idee und einer intensiven Atmosphäre – auch wenn am Ende der große Überraschungsmoment ausbleibt.