Poznanski-Liebe

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kgranger Avatar

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Ich liebe die Bücher von Ursula Poznanski – und Das Signal habe ich wirklich sehnsüchtig erwartet. Und was soll ich sagen: Meine Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sondern übertroffen! Von der ersten Seite an war ich gefesselt und konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Im Mittelpunkt steht Viola, die nach einem schweren Unfall ihr Bein verloren hat und in ihrem eigenen Haus gefangen ist. Das abgelegene alte Gebäude wird plötzlich zum Käfig, ihr Alltag zur Abfolge von Hindernissen, Misstrauen und beunruhigenden Beobachtungen. Die Idee, mit GPS-Trackern Dinge (und später Menschen) zu verfolgen, ist genial und zugleich extrem unheimlich – vor allem, weil man als Leser*in genauso wenig weiß wie Viola, wem man noch trauen kann. Dieses digitale Katz-und-Maus-Spiel zwischen Wahrheit und Wahnsinn ist unglaublich raffiniert aufgebaut. Auch die Bezeichnungen der Tracker fand ich kreativ.

Besonders spannend fand ich das große Rätsel um den eingestürzten Weinkeller. Ich habe mir während des Lesens unzählige Theorien zusammengereimt – aber auf diese Auflösung wäre ich niemals gekommen! Genau das liebe ich an Poznanski: Sie legt Spuren, führt einen in die Irre und zieht einem am Ende doch den Boden unter den Füßen weg. Ich war bis zur letzten Seite angespannt und musste einfach weiterlesen, koste es den Schlaf, was es wolle.

Das Signal ist ein moderner Psychothriller mit starker Atmosphäre, einer lebensechten, verletzlichen, aber klugen Hauptfigur und einer Handlung, die sich langsam, aber gnadenlos zuspitzt. Für mich ist dieses Buch ein echtes Highlight und ein weiteres Beispiel dafür, warum Ursula Poznanski zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen gehört. Absolute Leseempfehlung!