Quadratische Träume

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waterlilly Avatar

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Wenn ich zu einem Buch von Ursula Poznanski greife, gehe ich davon aus, dass mich kurzweilige Unterhaltung erwartet. Auch „Das Signal“ konnte mich ab dem ersten Kapitel abholen und fesseln.
Nach einem Unfall, an den sie sich nicht erinnern kann, wacht Viola im Krankenhaus mit amputiertem Bein auf. Als wäre das nicht schlimm genug, verhält sich ihr Mann äußerst sonderbar und nach ihrer Entlassung empfängt sie zu Hause eine wortkarge Pflegerin.
Ursula Poznanski schafft eine sehr beklemmende Grundstimmung. Die Vorstellung, nach so einem schweren Unfall in ein zu Hause zu kommen, in dem man sich nicht mehr wohlfühlt, ist sehr gruselig. Wie Viola tappt man zunächst im Dunklen, wieso sich ihre private Situation so dermaßen gedreht hat. Dass mit ihrem Mann und der Pflegerin etwas faul ist, ist so dermaßen offensichtlich, dass es mir schon fast zu viel erschien. Insbesondere ihr Mann Adam tritt extrem unsympathisch und verdächtig auf, dass man sich fragt, wie sich die freundliche Vio überhaupt in ihn verlieben konnte bzw. wie es sein kann, dass er sich so verändert hat.
Viola hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen. Sie lässt sich nicht unterkriegen und steckt den Kopf nicht in den Sand, obwohl sie jeden Grund dafür hätte. Sie ist mutig und einfallsreich und versucht hinter das Rätsel zu kommen. Ich fand ihre Einfälle sehr kreativ und es hat Spass gemacht, mit ihr zusammen die anderen Personen zu beobachten. Die ersten dreiviertel des Thrillers waren 5 Sterne für mich. In der Gesamtbewertung entscheide ich mich allerdings doch nur für 4 Sterne, da mir die Auflösung und der Grund für das Ganze nicht so gut gefallen haben. Ich hätte erwartet, dass mehr hinter all dem steckt, als es tatsächlich war.
Alles in allem ist „Das Signal“ ein empfehlenswerter Thriller, wenn man einfach mal vom Alltag abschalten möchte oder vielleicht sogar in einer Leseflaute steckt, denn es las sich sehr flüssig und man kann das Buch nur schwer aus der Hand legen.