Vertraue niemandem

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
ryria Avatar

Von

Als großer Poznanski-Fan war ich echt gespannt, welches Thema sie diesmal als Grundlage für ihren Thriller gewählt hat und diesmal haben wir gleich zwei Schwerpunkte: Winzige GPS-Tracker und das Leben, nachdem man ein Bein verloren hat.
Viola lebt zusammen mit ihrem Ehemann Adam das nach außen hin perfekte Leben, beide beruflich erfolgreich, attraktiv und im Auge der Öffentlichkeit. Dass Viola bei einem Unfall dann jedoch ihr Bein verliert und keinerlei Erinnerung mehr an den Vorfall hat, ruiniert dieses perfekte Bild dann allerdings doch ein wenig, auch wenn Adam sich viel Mühe zu geben scheint. Doch kann sie ihm wirklich noch trauen? Moderne GPS-Tracker könnten die Antwort liefern...

Der Schreibstil ist genauso gut wie immer, man fliegt quasi durch die Seiten. In scheinbar "normale" Abschnitte mischen sich gut gestreute kleine Hinweise, die man jedoch zuerst nicht wirklich zuordnen kann. Von Anfang an stellt man sich viele Fragen und die Neugier treibt einen immer dazu, doch einfach noch ein Kapitel zu lesen, typisch für Poznanski-Bücher.
Etwas schade fand ich hier jedoch, dass man mit ein wenig Fachwissen recht schnell erraten kann, worum es eigentlich geht, einiges ist doch etwas vorhersehbar. Die große Überraschung am Ende bleibt dadurch aus, trotzdem war es ganz spannend zu lesen, wenn auch mit vereinzelten Abschnitten, die sich ein wenig gezogen haben.
So tragen ständige Wiederholungen über die Schwierigkeiten mit einem Bein oder das Verfolgen der Mitmenschen über die Tracker zwar zur Grundstimmung und Violas mentalem Zustand gut bei, für den Leser ist es nach einer Weile jedoch nicht mehr sooo spannend.

Die Atmosphäre wird aber gut getroffen, man wird selbst beim Lesen misstrauisch und leidet mit. Eine überschaubare Anzahl Charaktere sorgt dafür, dass man leicht den Überblick behält und schnell eigene Verdächtigungen anstellen kann.
Auch fand ich es wieder toll, wie die Grundthemen eingearbeitet wurden, man erfährt viel über die Tracker und das Leben mit einem Bein. Dies wirkte auf mich auch gut recherchiert und somit zusätzlich informativ.
Aus meiner Sicht nicht ihr bestes Werk, aber trotzdem wie gewohnt gute Spannung!