Wolf und Spinne

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archer Avatar

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Viola wacht im Krankenhaus auf und erfährt, dass sie bei einem Unfall ihr linkes Bein verloren hat. Sie und ihr Mann Adam, ein semiberühmter Statistiker, der gelegentlich im Fernsehen auftritt, haben sich ein Haus abseits von Wien gekauft und der baufällige Weinkeller ist über ihr zusammengestürzt. Als sie aus dem Krankenhaus entlassen wird, ist sie abhängig von der Haushälterin, die Adam für sie eingestellt hat. Adam selbst benimmt sich auch immer merkwürdiger und Vio kommt auf die Idee, seine Bewegungen mit Trackern zu verfolgen. Immer mehr wird ihr bewusst, dass er sie belügt, ständig. Und je mehr ihre Erinnerungen an den Tag des Unfalls zurückkehren, desto mehr wird ihr bewusst, dass ihr von allen Seiten Gefahr droht.

Ich gebe zu, ich habe ein Problem mit Poznanski. Ich liebe ihre Ideen, die Klappentexte machen mich immer total neugierig auf ihre Bücher. Und sie hat auch einen echt guten, schnell zu lesenden Schreibstil. Allerdings nutzt sie Letzteres eher nicht zum Spannungsaufbau. Wir beobachten zwar Vio bei ihren Aktivitäten und ihrem Struggle, sich auf ihr einbeiniges Leben einzulassen, aber das plätschert über Seiten und Seiten einfach so dahin. Das Problem ist auch, dass ich einfach nichts fühle, da kommen keine Emotionen rüber. Mir werden die Dinge eben mitgeteilt, aber mal ein bisschen echtes Innenleben von Vio wäre hilfreich gewesen. Außerdem glaube ich, dass beim Buchsatz oder wo auch immer Mist gebaut wurde, weil zwei oder dreimal völlig zusammenhanglos "amp." mitten im Satz stand. Glaub nicht, dass das irgendwie zum Buch gehört. Alles in allem hat mich das Buch nicht wirklich gelangweilt, aber auch nicht vom Hocker gerissen. Schade.