Schatzsuche mit Herz
Bevor ich überhaupt die erste Seite aufgeschlagen habe, hat mich schon der Einband überzeugt. Das Cover ist wie eine Streichholzschachtel gestaltet, aus der das Buch quasi herausrutscht, und genau eine solche Schachtel spielt in der Geschichte eine zentrale Rolle. Ein schönes Detail, das zeigt, wie viel Liebe in dieser Ausstattung steckt.
Die Geschichte spielt in New York, 1927, East Harlem. Eine Gruppe von fünf Jugendlichen aus armen Einwandererfamilien, die sich selbstironisch die Kakerlaken nennen, findet unter einer Eisenbahnbrücke einen Toten. Bei ihm finden sie eine Streichholzschachtel mit einer rätselhaften Zeichnung und einem Schlüssel. Was als Neugier beginnt, führt die fünf auf die Spur eines Schiffswracks, das 1780 mit siebzig Truhen Gold in den tückischen Strömungen von Hell Gate gesunken sein soll. Auf dem Weg dorthin geraten sie zwischen rivalisierende Banden, korrupte Polizisten und die Schwarze Hand, jene berüchtigte Erpresserorganisation, die im East Harlem der Zwanziger ihr Unwesen trieb. Parallel dazu erzählt Morosinotto in Rückblenden die Geschichte von Billy Swan, einem tatsächlich historischen Seemann, der einst an Bord des Schiffs war und nach und nach enthüllt, was wirklich mit dem Gold geschah.
Das Tempo zu Beginn ist richtig gut, man ist sofort mittendrin. In der Mitte nimmt die Geschichte sich dann etwas mehr Zeit, was ich gemischt fand: Einerseits lernt man die fünf dadurch viel besser kennen, jede und jeder trägt sein eigenes Päckchen mit sich, Armut, Angst, ein Zuhause, das nicht ganz heil ist. Andererseits hätte ich mir da an der ein oder anderen Stelle etwas mehr Tempo gewünscht. Zum Schluss zieht die Geschichte aber wieder ordentlich an und steuert auf ein Finale zu, das mich wirklich berührt hat.
Die Illustrationen, ganzseitig, zu jedem Kapitel, sind wirklich sehr schön gemacht und geben der Geschichte ein filmisches Gefühl, fast wie Requisiten aus dem Buch selbst: Landkarten, Tagebuchseiten, Ausweispapiere. Kleiner Wermutstropfen ist allerdings, dass ein Teil der Illustrationen offenbar KI-gestützt bearbeitet wurden, was der Autor im Nachwort transparent macht. Ich finde, das darf man ruhig erwähnen, auch wenn es dem Gesamteindruck am Ende keinen Abbruch tut.
Was das Buch besonders macht, ist, wie selbstverständlich es große Themen einwebt. Armut, Rassismus, Mobbing, organisiertes Verbrechen werden thematisiert ohne dabei belehrend zu werden. Man merkt, dass hier jemand schreibt, der sein Handwerk versteht.
Wer Lust auf eine tolle Schatzsuche mit einer Prise „Die Schatzinsel" und einer Prise „Stand by Me" hat, kommt hier voll auf seine Kosten. Obwohl das Buch ab 12 Jahren empfohlen wird würde ich wegen doch schwerer Themen empfehlen, das Buch ggf gemeinsam zu lesen, um Einordnungen und Informationen bieten zu können.
Die Geschichte spielt in New York, 1927, East Harlem. Eine Gruppe von fünf Jugendlichen aus armen Einwandererfamilien, die sich selbstironisch die Kakerlaken nennen, findet unter einer Eisenbahnbrücke einen Toten. Bei ihm finden sie eine Streichholzschachtel mit einer rätselhaften Zeichnung und einem Schlüssel. Was als Neugier beginnt, führt die fünf auf die Spur eines Schiffswracks, das 1780 mit siebzig Truhen Gold in den tückischen Strömungen von Hell Gate gesunken sein soll. Auf dem Weg dorthin geraten sie zwischen rivalisierende Banden, korrupte Polizisten und die Schwarze Hand, jene berüchtigte Erpresserorganisation, die im East Harlem der Zwanziger ihr Unwesen trieb. Parallel dazu erzählt Morosinotto in Rückblenden die Geschichte von Billy Swan, einem tatsächlich historischen Seemann, der einst an Bord des Schiffs war und nach und nach enthüllt, was wirklich mit dem Gold geschah.
Das Tempo zu Beginn ist richtig gut, man ist sofort mittendrin. In der Mitte nimmt die Geschichte sich dann etwas mehr Zeit, was ich gemischt fand: Einerseits lernt man die fünf dadurch viel besser kennen, jede und jeder trägt sein eigenes Päckchen mit sich, Armut, Angst, ein Zuhause, das nicht ganz heil ist. Andererseits hätte ich mir da an der ein oder anderen Stelle etwas mehr Tempo gewünscht. Zum Schluss zieht die Geschichte aber wieder ordentlich an und steuert auf ein Finale zu, das mich wirklich berührt hat.
Die Illustrationen, ganzseitig, zu jedem Kapitel, sind wirklich sehr schön gemacht und geben der Geschichte ein filmisches Gefühl, fast wie Requisiten aus dem Buch selbst: Landkarten, Tagebuchseiten, Ausweispapiere. Kleiner Wermutstropfen ist allerdings, dass ein Teil der Illustrationen offenbar KI-gestützt bearbeitet wurden, was der Autor im Nachwort transparent macht. Ich finde, das darf man ruhig erwähnen, auch wenn es dem Gesamteindruck am Ende keinen Abbruch tut.
Was das Buch besonders macht, ist, wie selbstverständlich es große Themen einwebt. Armut, Rassismus, Mobbing, organisiertes Verbrechen werden thematisiert ohne dabei belehrend zu werden. Man merkt, dass hier jemand schreibt, der sein Handwerk versteht.
Wer Lust auf eine tolle Schatzsuche mit einer Prise „Die Schatzinsel" und einer Prise „Stand by Me" hat, kommt hier voll auf seine Kosten. Obwohl das Buch ab 12 Jahren empfohlen wird würde ich wegen doch schwerer Themen empfehlen, das Buch ggf gemeinsam zu lesen, um Einordnungen und Informationen bieten zu können.