Ein herrlich chaotischer Dungeon voller skurriler Gestalten

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
roswitha-böhm-gedankenteiler Avatar

Von

Als Brettspiel hat mich das Ding regelmäßig in den Wahnsinn getrieben, weil am Ende immer die Schiebekarte gefehlt hat, die man gebraucht hätte, aber in Buchform funktioniert dieses Konzept überraschend charmant.

Für Rollenspielfreunde ist das Szenario eigentlich die perfekte, liebevoll-ironische Vorlage: Eine alte, verfluchte Festung tief im Gehölz, in der sich die illustren Spielbrett-Figuren als schrullige Zweckgemeinschaft die Zeit totschlagen müssen. Der cholerische Raubrittergeist Rabiat, der ständig in seine rostigen Einzelteile zerfällt, ein verfressener Zwerg, der die ewige Algengrütze satthat, und ein Einhorn, das eitel seine Mähne bewundert, während im Hintergrund eine Drachin mit Magenproblemen für dicke Luft sorgt – das hat einen herrlich anarchischen Humor, der alte D&D-Dungeon-Crawl-Tropes gekonnt auf die Schippe nimmt. Die Vorstellung, wie sich später buchstäblich die Wände und Gänge verschieben, wenn die Zauberlehrlinge anrücken, bringt die Spielmechanik clever in die Erzählung.

Es ist natürlich in erster Linie für jüngere Leser geschrieben, hat aber so viele augenzwinkernde Einfälle und lebendige Dynamik zwischen den Figuren, dass ich dieses Buch tatsächlich gerne ganz lesen möchte.