Ein Hotel zwischen Erinnerung, Magie und Zeit
Schon das Cover von Das White Octopus Hotel zieht mit seinem geheimnisvollen, leicht nostalgischen Design sofort in den Bann und passt perfekt zur Atmosphäre der Geschichte. Der Schreibstil ist ruhig, bildhaft und zugleich unterschwellig spannend – man gleitet förmlich durch die Seiten, während sich Realität und Magie immer stärker miteinander verweben. Besonders Eve als Hauptfigur wirkt vielschichtig und verletzlich: ihre Trauer, ihre innere Distanz und gleichzeitig ihre Sehnsucht nach Antworten machen sie sehr greifbar. Die rätselhaften Objekte aus dem Hotel, allen voran der weiße Oktopus, erzeugen eine leise, aber stetig wachsende Spannung, die weniger auf Action als auf Neugier und Atmosphäre setzt. Die Idee eines Hotels, das Zeit, Erinnerungen und verpasste Chancen miteinander verknüpft, finde ich extrem faszinierend. Nach der Leseprobe bleiben viele Fragen offen – über das Hotel, über Zimmer 27 und über Eves Vergangenheit – und genau das macht den Reiz aus. Ich möchte unbedingt weiterlesen, um herauszufinden, welche Rolle die Magie wirklich spielt und ob Eve eine Möglichkeit bekommt, Frieden mit ihrer Vergangenheit zu schließen.