Interessanter Einstieg

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lythanja Avatar

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Der Roman hat mich von der ersten Seite an tief hineingezogen und emotional berührt. Besonders stark fand ich die düstere und gleichzeitig faszinierende Grundstimmung, die sich durch die gesamte Geschichte zieht. Schon Eves erste Begegnung mit dem Kaninchen in der U Bahn erzeugt eine Mischung aus Unbehagen und Neugier. Man spürt sofort, dass hinter diesem scheinbar harmlosen Tier etwas Bedeutungsvolles steckt. Gleichzeitig wird Eve als Figur sehr vielschichtig dargestellt. Sie ist verletzlich, von ihrer Vergangenheit geprägt und dennoch funktional im Alltag. Gerade diese Mischung aus Zerbrechlichkeit und innerer Stärke macht sie sehr glaubwürdig.

Sehr bewegend fand ich die Rückblicke auf ihre Familie und den Verlust ihrer Schwester. Diese Trauer liegt wie ein Schatten über ihrem Leben und erklärt viele ihrer Verhaltensweisen, ohne dass es jemals aufgesetzt wirkt. Besonders ihre Beziehung zu ihrer Mutter wirkt schmerzhaft realistisch und zeigt, wie tief alte Wunden sitzen können. Auch die Art, wie Eve versucht, Kontrolle über ihr Leben zu behalten, zum Beispiel durch ihre Arbeit oder durch ihre Musik, macht sie sehr menschlich.

Die Begegnung mit Max Everly gehört für mich zu den emotional stärksten Momenten. Die Szene im Auktionshaus wirkt zunächst rätselhaft, entwickelt sich dann aber zu etwas sehr Tragischem und gleichzeitig Bedeutungsvollem. Sein Tod trifft nicht nur Eve, sondern auch als Leser. Gleichzeitig wirft seine Figur viele Fragen auf. Besonders die Verbindung zu dem historischen Komponisten und das Gefühl, dass er Eve schon kannte, erzeugen eine geheimnisvolle Spannung.

Das White Octopus Hotel hat mich komplett fasziniert. Die Beschreibungen lassen diesen Ort lebendig werden. Es wirkt wie ein Ort außerhalb der normalen Realität, voller Geschichte, Geheimnisse und vielleicht auch Magie. Die Idee, dass Objekte aus diesem Hotel besondere Eigenschaften besitzen könnten, macht die Geschichte noch spannender. Besonders der kleine Oktopus als Geschenk wirkt wie ein Schlüssel zu etwas Größerem.

Auch die Mischung aus realistischen Elementen wie Eves Arbeit im Auktionshaus und übernatürlichen Andeutungen ist sehr gelungen. Man weiß beim Lesen nie genau, was real ist und was vielleicht eine andere Bedeutung hat. Genau das macht das Buch so fesselnd.

Ich würde unglaublich gern weiterlesen, weil ich unbedingt verstehen möchte, welche Rolle das Hotel wirklich spielt, was hinter Max Everly steckt und welche Bedeutung Eves Vergangenheit für alles hat. Für mich ist dieses Buch eine besondere Mischung aus Mystery, emotionaler Tiefe und einer Geschichte, die lange im Kopf bleibt. Ich würde mich sehr freuen, ein Exemplar gewinnen zu dürfen.