Zwischen Zeit, Erinnerung und dem White Octopus Hotel

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jasmin96isa Avatar

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Die Leseprobe von Das White Octopus Hotel hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Der Einstieg ist atmosphärisch dicht und zugleich irritierend: Das weiße Kaninchen, das Eve verfolgt, wirkt zunächst surreal, entfaltet aber schnell eine tiefere, symbolische Bedeutung. Alexandra Bell verbindet psychologische Tiefe mit leisen fantastischen Elementen, ohne dabei erklärend oder überladen zu wirken.

Besonders überzeugend fand ich die Hauptfigur Eve. Ihre innere Zerrissenheit, ihre Trauer und Schuldgefühle werden ruhig und präzise erzählt. Die Begegnung mit Max Everly ist geheimnisvoll und emotional aufgeladen und wirft viele Fragen auf – vor allem im Zusammenspiel mit Zeit, Erinnerung und den rätselhaften Objekten aus dem White Octopus Hotel.

Die Sprache ist klar, bildhaft und trägt die melancholische Grundstimmung sehr gut. Am Ende der Leseprobe entsteht ein starkes Gefühl von Neugier: Man möchte unbedingt mehr über das Hotel, seine Magie und Eves Vergangenheit erfahren.