Äußerst Wunderlich
Das White Octopus Hotel von Alexandra Bell ist ein unwahrscheinlich wunderlicher Roman der auf mitreißende Weise die Genres von Mystery, Romantik und Historienroman miteinander verbindet – und das alles vor der prachtvollen Kulisse eines Grand Hotels, wie man es kein zweites Mal auf der Welt findet.
Im Zentrum der Erzählung steht die junge Kunstgutachterin Eve Shaw. Geprägt von einem tragischen Ereignis in ihrer Kindheit bleibt Eve hauptsächlich für sich, sucht keine Freunde und hat allenfalls flüchtige Bekanntschaften. Ihr einziger Fokus ist eine Vergangenheit, die sie nicht ändern kann. Bis sie eines Tages in ihrem Büro Besuch von einem älteren Herrn bekommt, der ihr eine mysteriöse Oktopus Figur überreicht. Und auf einmal entfacht in ihr ein neues Feuer. Eines, dass sie unbedingt herausfinden lassen will, woher diese Figur stammt und weshalb sie dieses merkwürdige Gefühl des Wiedererkennens in Gegenwart ihres Besitzers empfand. Ihre Suche führt Eve zu einem scheinbar verlassenen Belle Époque Hotel in der Schweiz, ohne auch nur zu ahnen, dass jene Ruine ihre Zukunft und ihre Vergangenheit für immer verändern wird.
Mit ihrem bildhaften und fesselnden Schreibstil hat die Autorin eine äußerst faszinierende Geschichte erschaffen, die bis zum Ende spannend bleibt. Auf mehreren Zeitebenen kann man der Protagonistin dabei folgen, wie sie in verzweifelter Hoffnung versucht ihre Vergangenheit zu verändern und dabei eine ganz neue Vergangenheit trifft. Die Handlung ist dabei ziemlich ausgeklügelt und lässt einen lange im Dunkeln, was sich wirklich hinter den Türen des White Octopus Hotels verbirgt. Mir hat das Lesen eine Menge Spaß gemacht.
Am besten gefiel mir das White Octopus Hotel an sich. Nicht nur stellt es mit all der Pracht und Grandeur des frühen 20. Jahrhunderts eine wunderschöne Kulisse dar, die Autorin hat diesem Ort so viel Leben eingehaucht, dass es sich anfühlt wie ein eigenständiger Charakter in der Geschichte. An jeder Stelle gibt es etwas Neues zu entdecken, eine neue Kuriosität zu bestaunen oder einen weiteren magischen Gegenstand zu entschlüsseln. Die Möglichkeit des Zeitreisens ist gar nicht mal das Mysteriöseste in diesem Hotel.
Leider hat mich dafür Eve als Protagonistin nicht so ganz abholen können. Man kann mit ihr mitfühlen und – was für mich fast wichtiger war – mitfiebern, aber sie bleibt in weiten Teilen unnahbar. Quasi ihre ganze Persönlichkeit ist um ein Kindheitstrauma herum aufgebaut und die Schuld, die sie in diesem Zusammenhang empfindet, dass sie sich jede Chance auf Glück, Heilung oder alles auch nur geringfügig Positives in ihrem Leben verwehrt. Eve ist so abgeschottet von allem und jedem, dass ich auch als Leserin nicht wirklich Zugang zu ihr gefunden habe. Auch fehlte es mir während der Geschichte eine Entwicklung bei ihr zu sehen bzw. mitzuerleben (es findet durchaus eine statt, nur wird man als Leser dabei nicht so recht miteinbezogen). Eve ist so verbissen darauf ihre eigene Vergangenheit zu ändern, in dem Glauben, dass sie selbst keine Zukunft verdient, dass es beinahe nicht nachvollziehbar war, wie leicht sie am Ende, wo alle Handlungsfäden zusammenkommen, einen kompletten Richtungswechsel einlegt.
Trotzdem hat das White Octopus Hotel mir viel Freude gemacht beim Lesen. Es ist definitiv düsterer als man rein vom Cover oder Klappentext ausgehend vermuten würde, aber das ist keineswegs negativ. Hauptsächlich war es faszinierend gemeinsam mit Eve die Geheimnisse im White Octopus Hotel zu entschlüsseln.
Im Zentrum der Erzählung steht die junge Kunstgutachterin Eve Shaw. Geprägt von einem tragischen Ereignis in ihrer Kindheit bleibt Eve hauptsächlich für sich, sucht keine Freunde und hat allenfalls flüchtige Bekanntschaften. Ihr einziger Fokus ist eine Vergangenheit, die sie nicht ändern kann. Bis sie eines Tages in ihrem Büro Besuch von einem älteren Herrn bekommt, der ihr eine mysteriöse Oktopus Figur überreicht. Und auf einmal entfacht in ihr ein neues Feuer. Eines, dass sie unbedingt herausfinden lassen will, woher diese Figur stammt und weshalb sie dieses merkwürdige Gefühl des Wiedererkennens in Gegenwart ihres Besitzers empfand. Ihre Suche führt Eve zu einem scheinbar verlassenen Belle Époque Hotel in der Schweiz, ohne auch nur zu ahnen, dass jene Ruine ihre Zukunft und ihre Vergangenheit für immer verändern wird.
Mit ihrem bildhaften und fesselnden Schreibstil hat die Autorin eine äußerst faszinierende Geschichte erschaffen, die bis zum Ende spannend bleibt. Auf mehreren Zeitebenen kann man der Protagonistin dabei folgen, wie sie in verzweifelter Hoffnung versucht ihre Vergangenheit zu verändern und dabei eine ganz neue Vergangenheit trifft. Die Handlung ist dabei ziemlich ausgeklügelt und lässt einen lange im Dunkeln, was sich wirklich hinter den Türen des White Octopus Hotels verbirgt. Mir hat das Lesen eine Menge Spaß gemacht.
Am besten gefiel mir das White Octopus Hotel an sich. Nicht nur stellt es mit all der Pracht und Grandeur des frühen 20. Jahrhunderts eine wunderschöne Kulisse dar, die Autorin hat diesem Ort so viel Leben eingehaucht, dass es sich anfühlt wie ein eigenständiger Charakter in der Geschichte. An jeder Stelle gibt es etwas Neues zu entdecken, eine neue Kuriosität zu bestaunen oder einen weiteren magischen Gegenstand zu entschlüsseln. Die Möglichkeit des Zeitreisens ist gar nicht mal das Mysteriöseste in diesem Hotel.
Leider hat mich dafür Eve als Protagonistin nicht so ganz abholen können. Man kann mit ihr mitfühlen und – was für mich fast wichtiger war – mitfiebern, aber sie bleibt in weiten Teilen unnahbar. Quasi ihre ganze Persönlichkeit ist um ein Kindheitstrauma herum aufgebaut und die Schuld, die sie in diesem Zusammenhang empfindet, dass sie sich jede Chance auf Glück, Heilung oder alles auch nur geringfügig Positives in ihrem Leben verwehrt. Eve ist so abgeschottet von allem und jedem, dass ich auch als Leserin nicht wirklich Zugang zu ihr gefunden habe. Auch fehlte es mir während der Geschichte eine Entwicklung bei ihr zu sehen bzw. mitzuerleben (es findet durchaus eine statt, nur wird man als Leser dabei nicht so recht miteinbezogen). Eve ist so verbissen darauf ihre eigene Vergangenheit zu ändern, in dem Glauben, dass sie selbst keine Zukunft verdient, dass es beinahe nicht nachvollziehbar war, wie leicht sie am Ende, wo alle Handlungsfäden zusammenkommen, einen kompletten Richtungswechsel einlegt.
Trotzdem hat das White Octopus Hotel mir viel Freude gemacht beim Lesen. Es ist definitiv düsterer als man rein vom Cover oder Klappentext ausgehend vermuten würde, aber das ist keineswegs negativ. Hauptsächlich war es faszinierend gemeinsam mit Eve die Geheimnisse im White Octopus Hotel zu entschlüsseln.