Atmosphäre
Schon nach wenigen Seiten hatte ich das Gefühl, neben Eve Shaw zu stehen und ihre leise Unruhe mitzuerleben. Als junge Kunstgutachterin begegnet sie einem rätselhaften silberhaarigen Mann, dessen Handschlag eine Erinnerung weckt, die sie nicht greifen kann. Die Spur führt sie zum geheimnisvollen White Octopus Hotel in den Schweizer Alpen, wo sie plötzlich in dessen glanzvolle Vergangenheit eintaucht. Zwischen prachtvollen Sälen, einem weißen Kaninchen und einem jungen Mann, der ihr seltsam vertraut erscheint, verschwimmen Zeit und Wirklichkeit. Die Geschichte entfaltet sich sanft und voller unterschwelliger Spannung. Besonders berührt hat mich die stille Melancholie, die ihre Suche nach Antworten begleitet. Sehnsucht, Schuld und Hoffnung verweben sich zu einer Atmosphäre, die lange nachhallt und die Frage stellt, ob jedes Ende vielleicht nur ein neuer Anfang ist. Lange nach dem Lesen blieb ein Gefühl von Staunen zurück.