Die Magie der Oktopusse

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
kyra112 Avatar

Von

Eve ist die klassische schwarze Witwe. Sich mit Menschen zu unterhalten oder in ihrer Gegenwart wohl zu fühlen, zählt nicht zu den Dingen, die ihr wichtig sind. Sie versteckt sich viel lieber in ihrem Rollkragenpullover und zwischen ihren Skizzenblöcken. Als sie Besuch von einem berühmten Künstler aus der Vergangenheit bekommt, begibt sie sich auf eine etwas andere Spurensuche.

„Das White Octopus Hotel“ von Alexandra Bell ist ein etwas anderer Roman. Hier geht es um Liebe, um Fantasie, aber auch um Schuld, Trauer und Geheimnisse.
Dieses Buch ist wirklich ein etwas anderes Buch. Für mich war es eine Mischung aus „Alice im Wunderland“ und der „Edelsteintrilogie“.
Das Buch spielt auf mehreren Zeitebenen, so 2016, 1918 und 1935. Im Mittelpunkt steht die introvertierte Eve. Sie ist ein sehr eigentümlicher Charakter, geprägt durch ein Erlebnis in ihrer Kindheit. Die Beziehung zwischen Eve und ihrer Mutter ist wirklich schwierig und wurde auch so von der Autorin dargestellt. Die Beschreibungen und einzelnen Situationen, in denen die beiden aufeinandertreffen, gehen zum Teil wirklich unter die Haut und sorgen vielleicht auch hin und wieder für Unverständnis. Gleiches gilt für alles, was im Zusammenhang mit Bella steht.
Das Hotel, seine Mitarbeiter und vor allem seine Einrichtung sind grandios beschrieben. Man spürt beim Lesen regelrecht den Flair der 1930er Jahre.
Auch die Beziehung von Max und Eve ist wunderschön, wenn auch zum Teil herzzerreißend dargestellt.
Dennoch habe ich gerade zum Ende meine Probleme mit dem Buch gehabt. Ich gebe zu, dass ich die ganzen Verflechtungen am Ende nicht ganz verstanden habe und auch nicht ganz nachvollziehen konnte. Es war mir einfach zu verwirrend. Vor allem zog sich die Geschichte erst und zum Ende hin wird sie dann rasend schnell aufgelöst, was eben zu den Schwierigkeiten im Verständnis gesorgt hat.

Fazit: Ein tolles Buch und auch mal etwas ganz anderes. Wer also Alice und die Edelsteintrilogie gemocht hat, wird auch hier auf seine Kosten kommen. Genau diesen Lesern kann ich dieses Buch nur empfehlen und allen anderen würde ich raten, mit diesem Buch auch mal einen Blick über den Tellerrand zu werfen.