Magische Tiefen

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frau_ke Avatar

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Zeitreisen bergen immer die Gefahr, die Orientierung zu verlieren. Diese "Reisekrankheit" kann nicht nur den Zeitreisenden selbst, sondern auch die Mitreisenden - die Leser - ereilen. Im besten wie im schlimmsten Fall, bleibt man in der Geschichte stecken. Beides trifft auf Alexandra Bells Buch zu. Der Einstieg ist fesselnd geschrieben und man folgt Eve, wie Alice dem weißen Kaninchen, in das magische Hotel, das einen sofort in seinen Bann zieht. Man will es entdecken und seine Geschichten erfahren. Und es gibt so viel zu "sehen".

Doch leider wird der Lesefluss immer mal wieder ausgebremst, weil sich die Handlung im Mittelteil etwas verliert bzw. manche Passagen recht langatmig und düster sind, zum Beispiel die Kriegsschilderungen. Zudem erschweren die vielen Zeitsprünge - gerade zum Ende hin - das Zusammenhalten der verschiedenen "Fäden". Das große Finale kommt unerwartet und wirkt fast ein wenig "überhastet".

Fazit: Wer eine leichte, bunte Alice-im-Wunderland-Geschichte erwartet, wird sicherlich enttäuscht. Vielmehr erwartet den Leser eine magische, geheimnisvolle Reise durch Raum und Zeit - mit Höhen, aber auch vielen thematischen Tiefen (wie Trauer, Krieg und Schuld).