Sehr viele Oktopusse

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anneteekanne Avatar

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Eve arbeitet bei einem Auktionshaus als Restauratorin. Seit ihrer Kindheit kämpft sie mit dem seelischen Druck, ihre Schwester Bella getötet zu haben, die bei einem tragischen Unfall starb. Zuflucht und Heilung fand sie in der Musik von Max Avery. Eines Tages kommt ein fast hundertjähriger Mann zu ihr ins Auktionshaus, schenkt ihr einen gläsernen Oktopus und sagt, sie würden auf sie warten, sie möge zurückkommen. Beim Verlassen des Hauses stirbt er auf der Treppe davor. Aufgewühlt und neugierig versucht Eve, mehr über den Oktopus herauszufinden, und stößt auf das White Octopus Hotel in der Schweiz, welches in den dreißiger Jahren über Nacht verwaist ist und dessen Bewohner verschwunden sind, inklusive „ihres“ Komponisten Max Avery. Also begibt sich Eve auf eine Reise.

Wenn man jetzt vorhätte, noch mehr vom Inhalt zu erzählen, würde jeder leicht ins Schwimmen geraten. Denn die Geschichte von Eve, Max, Bella, ihrer Mutter und allen anderen Verwandten ist wahnsinnig komplex.
Kurz vor Ende des Buches sagt Max: "Ich gestehe, dass ich nicht mehr verstehe, was hier vorgeht."
So habe ich mich während des ganzen Buches gefühlt. Ein Twist nach dem anderen. Eine Zeitebene nach der anderen. Und doch wusste Eve zwischendurch immer, was in der anderen passierte bzw. fand sich recht schnell zurecht.
Dass mich diese Geschichte nun leider doch nicht so mitnehmen würde, wie ich dachte, lag ehrlich gesagt bereits an der ersten Zeitebene, der Gegenwart im einundzwanzigsten Jahrhundert. Eve besitzt ein Tattoo eines Oktopus, der über ihren ganzen Körper wandert und ihr damit durchaus unangenehme Situationen verschafft. Die Tatsache, dass sie dieses Tattoo nicht gestochen bekommen hat, sondern es sich um eine von ihr angefertigte Skizze handelt, die vom Blatt auf ihren Körper gewandert ist, war interessant, aber da hatte mich persönlich die Geschichte verloren.

Wären nicht Sarah Dorsel und Sebastian Fischer gewesen, die mir den Roman vorgelesen haben, hätte ich ihn definitiv abgebrochen. Danke.

Fazit: Zeitreisen ohne Paradoxon-Probleme und sehr viel Fantasy. Leider nicht mein Fall.