Ungewöhnlich fordernde Oktopussuche
«Alles war so rätselhaft, dass er Kopfschmerzen bekam, wenn er versuchte, die Puzzleteile zusammenzufügen.»
Das Leben von Eve Shaw, deren Kindheit früh durch ein tragisches Familienunglück seine Unschuld verlor, und sie zu einer distanzierten, einsamen und freudlosen Frau werden ließ, verändert sich, als ein älterer Herr sie als Kunstgutachterin aufsucht und sie auf das White Octopus Hotel aufmerksam macht. Als Eve recherchiert, erfährt sie, dass das Hotel nur noch ein «vermooster Palast für Geister» ist. Sie lernt Menschen kennen, die das Grandhotel besucht haben und erfährt von Schlüsseln, deren Zimmer nicht auffindbar sind und einem magischen Briefpapier, mit dem man die Vergangenheit ändern kann.
Spannend und melancholisch baut die Autorin Alexandrea Bell eine mystische Atmosphäre auf, und beschreibt die auffälligen und versteckten Elemente so, dass ich tief in die eigene Vorstellungskraft eintauchen konnte, und den Besuch im historisch-stilvollem White Octopus Hotel mit dem festlich, eleganten Ambiente genoss. Der Roman ist voller Feinheiten und Puzzlestücke, die sich zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenfügen. Unterschiedliche Zeitdistanzen und undurchschaubare Strukturen schaffen Konflikte und Herausforderungen, durch die Eve und Max wachsen, voneinander lernen und neue Seiten an sich entdecken. Die differenzierte Darstellung ist bewegend, emotional und einnehmend. Für mich waren Eve und Max tiefgründige Figuren, die in einem komplexen Gefüge agieren. Die traumatischen Schilderungen vom ersten Weltkrieg waren schwer auszuhalten und sicherlich einer der sichtbarsten Kontraste, die ich nicht erwartet hätte. Obwohl es auflockernde Elemente gibt, geht es doch vermehrt um herausfordernde Emotionen und belastende Ereignisse in der Vergangenheit. Möglicherweise belastend, wenn man sich magische Leichtigkeit erhofft hat. Umso schöner fand ich die magischen Details, wie das Oktopustattoo, welches lebendig ist und mehr verkörpert, als Eves Faszination für die Meereskreatur. Mehr Magie hätte der Geschichte nicht geschadet, aber darüber hinaus beschreibt die Autorin auch die Magie, die für uns alle zugänglich ist, wenn uns Erinnerungen, Musik oder Kunst tief bewegt.
Wenn am Ende die Zusammenhänge sichtbar werden, zeigt sich die meisterhafte Erzählkunst der Zeit als formbares Element, verwebt mit Geheimnissen, dem Setting eines Grandhotel in den Schweizer Alpen und einen Hauch Magie. Es ist eine Liebesgeschichte, die Spannung durch Zeitreise-Paradoxie bietet und zum Nachdenken über Vergänglichkeit, Geschichte und Schicksal anregt. Unerwartet neuartig und fordernder als angenommen.
Das Leben von Eve Shaw, deren Kindheit früh durch ein tragisches Familienunglück seine Unschuld verlor, und sie zu einer distanzierten, einsamen und freudlosen Frau werden ließ, verändert sich, als ein älterer Herr sie als Kunstgutachterin aufsucht und sie auf das White Octopus Hotel aufmerksam macht. Als Eve recherchiert, erfährt sie, dass das Hotel nur noch ein «vermooster Palast für Geister» ist. Sie lernt Menschen kennen, die das Grandhotel besucht haben und erfährt von Schlüsseln, deren Zimmer nicht auffindbar sind und einem magischen Briefpapier, mit dem man die Vergangenheit ändern kann.
Spannend und melancholisch baut die Autorin Alexandrea Bell eine mystische Atmosphäre auf, und beschreibt die auffälligen und versteckten Elemente so, dass ich tief in die eigene Vorstellungskraft eintauchen konnte, und den Besuch im historisch-stilvollem White Octopus Hotel mit dem festlich, eleganten Ambiente genoss. Der Roman ist voller Feinheiten und Puzzlestücke, die sich zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenfügen. Unterschiedliche Zeitdistanzen und undurchschaubare Strukturen schaffen Konflikte und Herausforderungen, durch die Eve und Max wachsen, voneinander lernen und neue Seiten an sich entdecken. Die differenzierte Darstellung ist bewegend, emotional und einnehmend. Für mich waren Eve und Max tiefgründige Figuren, die in einem komplexen Gefüge agieren. Die traumatischen Schilderungen vom ersten Weltkrieg waren schwer auszuhalten und sicherlich einer der sichtbarsten Kontraste, die ich nicht erwartet hätte. Obwohl es auflockernde Elemente gibt, geht es doch vermehrt um herausfordernde Emotionen und belastende Ereignisse in der Vergangenheit. Möglicherweise belastend, wenn man sich magische Leichtigkeit erhofft hat. Umso schöner fand ich die magischen Details, wie das Oktopustattoo, welches lebendig ist und mehr verkörpert, als Eves Faszination für die Meereskreatur. Mehr Magie hätte der Geschichte nicht geschadet, aber darüber hinaus beschreibt die Autorin auch die Magie, die für uns alle zugänglich ist, wenn uns Erinnerungen, Musik oder Kunst tief bewegt.
Wenn am Ende die Zusammenhänge sichtbar werden, zeigt sich die meisterhafte Erzählkunst der Zeit als formbares Element, verwebt mit Geheimnissen, dem Setting eines Grandhotel in den Schweizer Alpen und einen Hauch Magie. Es ist eine Liebesgeschichte, die Spannung durch Zeitreise-Paradoxie bietet und zum Nachdenken über Vergänglichkeit, Geschichte und Schicksal anregt. Unerwartet neuartig und fordernder als angenommen.