Willkommen im White Octopus

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lenawoerl Avatar

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Schon mit den ersten Seiten zieht "Das White Octopus Hotel" in eine geheimnisvolle Welt, in der Vergangenheit und Gegenwart zunehmend miteinander verschwimmen. Was als Suche nach Antworten beginnt, entwickelt sich zu einer atmosphärischen Geschichte über Zeit, Schicksal und die Frage, ob manche Begegnungen vorherbestimmt sind.

Im Mittelpunkt steht Eve Shaw, die nach einer rätselhaften Begegnung dem Mythos des verlassenen White Octopus Hotels nachgeht. Dort stößt sie auf ein Geheimnis, das sie nicht nur an einen magischen Ort führt, sondern auch in eine andere Zeit. Nach und nach entfaltet sich eine Geschichte voller Rätsel, Wiederbegegnungen und kleiner Hinweise, die sich Stück für Stück zu einem größeren Ganzen zusammenfügen.

Besonders gelungen ist die Atmosphäre. Das prachtvolle Belle-Époque-Hotel mit seinen eleganten Sälen und verborgenen Geheimnissen wirkt fast märchenhaft und lädt zum Träumen ein. Alexandra Bell verbindet historische Elemente mit einer sanften Prise Magie, ohne dabei zu sehr ins Fantastische abzudriften. Dadurch entsteht eine Geschichte, die sich ruhig entfaltet und vor allem von ihrer Stimmung lebt.


Wer jedoch eine actionreiche Zeitreisegeschichte erwartet, sollte seine Erwartungen etwas anpassen. Die ineinander verstrickte Handlung entwickelt sich gemächlich und nimmt sich viel Zeit für ihre Figuren und deren Emotionen. Im Mittelpunkt stehen weniger spektakuläre Wendungen als vielmehr Liebe, Verlust, Schicksal und die Hoffnung auf einen Neuanfang, der durch die Zeit führt.

"Das White Octopus Hotel" ist ein ruhiger, atmosphärischer Roman auf 384 Seiten voller Geheimnisse und leiser Magie. Wer Geschichten über Zeit, Schicksal und große Gefühle mit einem Hauch Mystery liebt, wird hier auf seine Kosten kommen. Ein Buch, das weniger durch Tempo als durch seine besondere Stimmung überzeugt.