Ein tierisch starkes Plädoyer für das eigene Bauchgefühl

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svettusch Avatar

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„Das Zauberwort heißt Nein!“ ist weit mehr als nur ein hübsches Vorlesebuch für zwischendurch. Rebecca Mir und Ruth Rahlff haben hier eine Geschichte geschaffen, die ein vermeintlich „schwieriges“ Erziehungsthema mit einer wunderbaren Leichtigkeit verpackt.

Inhaltlich begleiten wir den liebenswerten Kater Fiete, in dem sich wohl viele Kinder (und auch Erwachsene) wiedererkennen werden. Fiete möchte es allen recht machen, will helfen und dazugehören – doch dabei vergisst er oft, auf sein eigenes Unbehagen zu hören. Dass ausgerechnet die kleine Maus Rosi ihm zeigt, wie viel Kraft in einem einfachen „Nein“ steckt, ist eine charmante Umkehrung der klassischen Rollenbilder. Das Buch vermittelt die Botschaft der Selbstbestimmung ohne erhobenen Zeigefinger: Ein „Nein“ ist kein Ungehorsam, sondern Selbstschutz.

Der Schreibstil ist dabei bemerkenswert warmherzig. Die Sätze fließen angenehm dahin, was das Vorlesen zu einer entspannten Erfahrung macht. Die Sprache ist direkt und unkompliziert, sodass schon Dreijährige der Handlung mühelos folgen können, während die emotionalen Zwischentöne auch ältere Kinder noch erreichen.

Ein besonderes Highlight sind die Illustrationen von Lisa Hänsch. Die Bilder sind farbenfroh und lebendig, ohne das Auge zu überfordern. Besonders gelungen ist die Mimik der Tiere: Man sieht Fiete förmlich an, wie er innerlich mit sich ringt, bevor er schließlich seinen Mut findet. Diese visuelle Ebene hilft den Kindern enorm dabei, Empathie zu entwickeln und die eigenen Gefühle besser einzuordnen.

Fazit: Ein rundum gelungenes Mutmach-Buch, das in jedes Kinderzimmer gehört. Es stärkt das Selbstbewusstsein der Kleinsten und bietet Eltern einen perfekten Gesprächsanlass für das wichtige Thema Grenzsetzung. Dass die Erlöse zudem dem Kinderschutz zugutekommen, macht das Buch zu einer absoluten Herzensempfehlung.