Hör auf dein Gefühl

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solveig Avatar

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Es ist ein wichtiges Thema, das die Autorin Rebecca Mir in ihrem ersten Kinderbuch anschneidet – die Fähigkeit, „nein!" sagen zu können. In meiner Kindheit prägte mich (und die meisten Kinder, die ich kannte) der Satz der Erwachsenen „Tu, was man dir sagt." So aufgewachsen fällt es mir auch heute noch schwer, anderen eine Bitte abzuschlagen.
Genauso empfindet der kleine Kater Fiete; denn er möchte seine Freunde nicht verlieren. Diese jedoch haben sein Problem erkannt und nutzen es weidlich aus. Ausgerechnet eine kleine Maus flößt ihm so viel Selbstvertrauen ein, dass er auf sein Bauchgefühl hört und der Aufforderung eines seiner Freunde schließlich nicht mehr Folge leistet.
Mit altersentsprechend kurzen, einprägsamen Sätzen erreicht Mir die Aufmerksamkeit des kleinen Lesers. Die Übertragung des Problems, nicht nein sagen zu können, auf die Tierwelt ist geschickt und fesselt die Kinder.
Lisa Hänschs farbige, großformatige Illustrationen ergänzen den Text. Ausdrucksstark verdeutlichen sie die Gefühle der Protagonisten. Sie vermitteln dem Betrachter einen intensiven Eindruck des Geschehens und intensivieren dadurch das Gelesene.
Einen Kritikpunkt habe ich allerdings. Für mein Empfinden bleibt das Thema hier ohne wirklichen Abschluss. Verliert Fiete nun seine Freunde? Oder respektieren sie ihn? Denn in der Realität hat ein Kind große Angst, dass sich ein geliebter Mensch von ihm abwendet, wenn es nein sagt. Es bleibt allein den Eltern überlassen, das Thema „Neinsagen" einfühlsam auf (sexuellen) Missbrauch zu übertragen.