Tode auf Morning House

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merleredbird Avatar

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Danke an NetGalley und den Dragonfly Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon unabhängig.

Nachdem ich die ersten drei Bände der Truly Devious Reihe der Autorin schon sehr gerne mochte, habe ich mich gefreut, dass ihr neustes Standalone übersetzt wird. Ein Mysterybuch perfekt für den Sommer: bei einem Haus-Sitting Job kommt es zu einem Unfall und Protagonistin Marlowe lässt das Haus niederbrennen. Nun braucht sie einen neuen Ferienjob und dadurch kommt sie nach Morning House: ein in den 1920ern erbautes Anwesen auf einer Insel, auf dem ein Arzt mit seinen Adoptivkindern gelebt habt – bis tragische Tode die Familie zum Verlassen der Insel gedrängt haben. Während der Touren für die Touristen kommen Marlowe und die anderen Guides der Wahrheit immer näher… was passierte damals wirklich mit den Toden auf Morning House?

Der Klappentext klang richtig gut, und ich mag einfach Geschichten mit zwei Zeitebenen. In der Vergangenheit sind wir nämlich in der Perspektive der Ralston-Familie, hauptsächlich der ältesten Tochter Clara, in den Wochen und Tagen bevor Clara und der jüngste Sohn Max ums Leben kommen. Was ich in der historischen Perspektive sehr spannend fand, war das Thema der Eugenik. Dr. Ralston ist nämlich in seinen Ansichten stark von dieser rassistischen Strömung beeinflusst und versucht dementsprechend auch seine Kinder danach zu erziehen. Die historische Perspektive hat mir am besten gefallen; ich fand es total spannend zu sehen, wie in dieser verschrobenen Welt der Reichen die Kinder sich gegen ihren Vater wehren – oder auch nicht.

In der Gegenwart begleiten wir Marlowe, deren Hauptproblem am Anfang es ist, dass sie durch den Brand die Ferien nicht mit dem Mädchen auf das sie steht verbringen kann. Marlowe hat auch Angst, dass Akilah sich in jemand anderen verliebt, und generell denkt sie nur an ihren Crush. Das war schon etwas anstrengend zu lesen.

Was die Reihe stark von den anderen Büchern der Autorin unterscheidet, ist dass die Protagonistin eigentlich gar nicht ermitteln WILL. Sie hat kein Interesse an Mystery oder Cold Cases. Doch als ihre Betreuerin auf der Insel verschwindet und nicht mehr zu finden ist, tun sich die Teenager zusammen und suchen nach Belinda – und dabei entdecken sie Dinge, durch welche die Ralston-Tode in einem ganz neuen Licht erscheinen.

Alles, was dann bei den Ermittlungen rauskommt, ist super spannend. Aber davor? Es ist eher slow burn und die Mystery-Elemente stehen wenig im Vordergrund und es hat etwas gebraucht, bis ich reingekommen bin. Die Kapitel der Vergangenheit habe ich verschlungen, während mich Marlowes Perspektive aufgrund des Fokus auf die Lovestory eher irritiert hat und ich nicht ständig unbedingt weiterlesen wollte. Ich komme somit auf 3,5 von 5 Sternen.