Eine düstere, herbstliche Romantasy mit Romeo und Julia Vibes

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dieunterhoferin Avatar

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Cover:
Das Buchcover finde ich sehr schön. Im Hintergrund zeichnet sich wie im Nebel verborgen ein Herrenhaus ab, die Zweige, Sträucher und Pflanzen in Vordergrund sind farbenprächtig und scheinen wie ein Rahmen. Die düster-romantische Stimmung, die das Cover erzeugt, wirkt geheimnisvoll und gefällt mir sehr gut.

Handlung & Charaktere:
Seit 150 Jahren sind die beiden Hexenfamilien Montparsson und Landeville verfeindet und bezichtigen sich gegenseitig schuld am Versiegen ihrer Magiequelle zu sein. Beide Familien haben nur mehr ein paar Tropfen Magie übrig und es bleibt ihnen nicht mehr viel Zeit, ehe sie dem Tode geweiht sind. Aus der Not heraus gehen die beiden Familien ein Bündnis ein und Iris Montparsson und August Landeville begeben sich auf eine gefährliche Reise. Ihr Ziel: Gallows House, das Haus einer mächtigen Hexe, die jährlich bis zu 10 Hexenfamilien aufnimmt und ihnen Schutz bietet. Doch nur wer die Ascheprüfungen besteht, dem steht dieses Privileg zu. Doch der Weg durch den Wald ist voller Gefahren, Iris und August müssen einander wohl oder übel vertrauen und auch alte Gefühle spielen eine Rolle…

Die Geschichte um Iris und August, die aus verfeindeten Familien stammen, erinnert mich ein wenig an Romeo und Julia. Die Fehde zwischen den Familien geht 150 Jahre zurück und basiert auf einem Vorfall um Maya Montparsson und Elias Landeville. Schnell wird klar, dass jede der Familien ihre eigene Version der Geschichte hat, die sich mit der, der anderen nicht deckt.
Iris und August sind daher gezwungen auf eine gefährliche Reise zu gehen. Iris, die Mittlere der Montparsson Geschwister, ist ca. 17 Jahre alt, ist eine gute Jägerin mit scharfen Sinnen, klug und gewieft. Ihre beiden Schwestern Phoebe und Cora sind die einzige Familie, die sie noch hat. Die Liebesbeziehung, die sie mit August hatte, zerbrach, als sie mehr Hintergründe zur Fehde erfahren hat. August ist ebenfalls der Mittlere Spross der Familie Landeville. Er wirkt zwar distanziert und kühl Iris gegenüber, aber man merkt ihm anhand seines Verhaltens schnell an, dass sie ihm noch etwas bedeutet. Auf mich wirkt er beschützerisch, aber auch nachdenklich und sensibel. Die beiden Hauptcharaktere mochte ich von Anfang an sehr.

Schreibstil, Erzählweise & Magiewelt:
Die Autorin erzählt die Geschichte in der 3. Person. Das Setting und die Atmosphäre, die E.V. Woods dabei schafft, ist düster und hat etwas Mystisches. Der Schreibstil gefällt mir gut, ist spannend und fesselnd. Der Spannungsaufbau fängt sehr hoch an, dann ebbt es zwar ein bisschen ab, aber es gibt immer wieder Spannungsspitzen, bei denen man beim Lesen nur so mitfiebert. Die magische Welt finde ich auch sehr interessant gezeichnet. Die Familien bzw. Hexenzirkel haben Magie quasi in flüssiger Form gespeichert, welche sich im Normalfall von allein erneuert. Diese Art von Magiedarstellung gefällt mir und habe ich so noch nicht gelesen. Die Form finde ich auch passend gewählt, weil sie die Knappheit gut verdeutlicht. In der Welt, in der die Geschichte spielt, gibt es außerdem ausgebildete Hexenjäger, die Magie offenbar am Geruch wahrnehmen können. Die Beschreibungen im Buch sind meiner Ansicht nach sehr stimmungsvoll und bildlich, sodass man sich beim Lesen ein gutes Bild der Szenen machen kann.

Meinung & Fazit:
„Death of a Witch“ war das erste Buch, das ich von E.V. Woods gelesen habe. Das Buch hat mir viel Vergnügen beim Lesen bereitet und besticht sowohl durch die Atmosphäre und herbstliche Stimmung, aber auch die Figuren, die Wendungen und die Gefahren, denen sie sich stellen müssen. Man fiebert einfach mit Iris und August mit. Sehr erfrischend habe ich es außerdem gefunden, dass es sich bei dem Buch um einen Einzelband handelt. Das Buch ist meiner Ansicht nach genau die richtige Lektüre für gemütliche Herbsttage und ich kann es sehr empfehlen.