Eine magische Fehde mit einigen Schwächen

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Seit 150 Jahren herrscht zwischen den Hexenfamilien Montparsson und Landeville erbitterte Feindschaft. Beide geben der jeweils anderen Familie die Schuld daran, dass die Quelle ihrer Magie versiegt ist. Inzwischen ist kaum noch Magie übrig und die Zeit wird knapp. Ausgerechnet Iris Montparsson und August Landeville müssen sich deshalb gemeinsam auf den Weg zum Gallows House machen, um dort Hilfe zu bekommen. Doch wie soll man jemandem vertrauen, dessen Familie man seit Generationen hasst? Und was passiert, wenn dabei ausgerechnet Gefühle entstehen?

Die Grundidee von Death of a Witch hat mich direkt angesprochen. Eine alte Fehde zwischen zwei Hexenfamilien, Magie, eine gefährliche Reise und dazu eine verbotene Liebesgeschichte – das klang für mich nach einer spannenden Mischung.

Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen, sodass ich gut durch das Buch gekommen bin. Auch die Atmosphäre hat mir richtig gut gefallen. Besonders die Wälder fand ich gelungen. Sie hatten etwas Mystisches und Unheimliches und waren für mich tatsächlich eines der Highlights der Geschichte.

Auch die Liebesgeschichte zwischen Iris und August hat mir grundsätzlich gefallen. Die beiden kommen sich nach und nach näher und ihre Gefühle entwickeln sich dabei für mich nachvollziehbar. Durch die verfeindeten Familien kommt außerdem ein verbotener Aspekt dazu, der für mich gut funktioniert hat. Außerdem fand ich angenehm, dass die Liebesgeschichte eher zurückhaltend erzählt wird.

Mit Iris hatte ich allerdings so meine Probleme. Sie ist erst 17 und das merkt man leider ziemlich deutlich. Sie war mir häufig zu naiv, leichtgläubig und handelte teilweise sehr unüberlegt. Besonders eine Entwicklung in Bezug auf August konnte ich nicht wirklich nachvollziehen. Dass sie plötzlich jemanden, den sie eigentlich liebt, zu hassen beginnt, nur weil andere ihr bestimmte Dinge einreden, war mir einfach zu wenig begründet.

Auch August blieb mir zu blass. Obwohl die Geschichte aus Iris' Sicht erzählt wird und man über sie noch vergleichsweise viel erfährt, hätte ich mir bei beiden deutlich mehr Tiefe gewünscht. Auch die Nebencharaktere, vor allem Iris' Schwestern, bleiben eher im Hintergrund. Hier wäre für mich noch einiges mehr möglich gewesen.

Beim Worldbuilding hatte ich ebenfalls das Gefühl, dass etwas fehlt. Die Grundidee mit der Magie fand ich interessant, allerdings hätte ich mir gerade dazu mehr Erklärungen gewünscht. Auch die Aschespiele waren für mich nicht immer ganz nachvollziehbar. Dazu kam, dass vieles ziemlich vorhersehbar war. Einige Entwicklungen konnte ich schon recht früh erahnen und auch das Ende hat mich daher nicht wirklich überrascht.

Dabei gab es durchaus spannende Handlungsstränge und auch einige düstere und brutale Momente, mit denen ich so nicht unbedingt gerechnet hatte. Gerade diese Mischung aus einer eher zurückhaltenden Liebesgeschichte und den teilweise ziemlich dunklen Elementen fand ich interessant.

Insgesamt konnte mich Death of a Witch leider nicht ganz überzeugen. Die Geschichte hatte für mich eine gute Grundidee und einige wirklich interessante Elemente, aber bei den Charakteren, dem Worldbuilding und der Spannung hätte ich mir einfach mehr Tiefe gewünscht. Ich denke allerdings, dass das Buch vor allem jüngere Leserinnen und Leser durchaus stärker ansprechen könnte.