Enttäuschend

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nanacookie Avatar

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Die Magie der Montparsson-Hexen schwindet langsam und steht kurz davor zu versiegen. Sobald das passiert, wartet auf die drei verbliebenen Hexen der sichere Tod, denn nichts würde sie mehr vor den Hexenjägern schützen. Sie können nur noch um Hilfe von der mächtigsten Hexe ihrer Zunft erbitten, die jedoch am anderen Ende des gefährlichen Schattenwaldes lebt. Iris Montparsson bleibt nichts Anderes übrig, als die verhasste Hexenfamilie Landeville aufzusuchen, um die gefährliche Reise gemeinsam anzutreten.

Die Geschichte ist eine lose Adaption von Romeo und Julia mit Hexen und Magie. Der Anfang war sehr vielversprechend. Es wird eine düstere Atmosphäre geschaffen, die Montparsson-Hexen kämpfen ums Überleben, da sie kaum noch Magie haben. Die Grundidee, wie die Magie in diesem Buch funktioniert, wie sie eine physische Form hat, ist interessant. Ich stelle mir das aber in vielen Aspekten nicht praktikabel vor, dieser Umstand wird aber nicht wirklich angesprochen. 

Der Klappentext ist etwas irreführend. Die gefährliche Reise durch den Schattenwald nimmt nur einen kleinen Teil ein und in der ersten Hälfte des Buches geht es hauptsächlich um die Geschehnisse im Gallows House. Zum einem geht es hier um brutale Prüfungen, die Iris und August bestehen müssen. Zum anderem geht es um schöne Kleider, Bälle und eine große Enthüllung.

Die Geschichte wird aus Iris‘ Sicht erzählt, daher bekommt sie hier am meisten Tiefe. Wirklich sympathisch fand ich sie nicht, für eine Hexe wirkt sie die meiste Zeit ziemlich hilflos und viele ihrer Entscheidungen fand ich nicht nachvollziehbar. August bleibt die meiste Zeit über eher blass als Charakter. Ab der Hälfte kommt ein bisschen mehr, aber viele Charaktereigenschaften bekommt er nicht. Es ist zwar schön, einen männlichen Protagonisten zu haben, der die Protagonistin nicht die ganze Zeit mies behandelt, er darf aber dann trotzdem gerne mehr Eigenschaften bekommen, als dass er nur verliebt ist und sich am liebsten in jeder Situation opfern möchte. Selbst der magische Vertraute der Montparssons hat mehr Persönlichkeit bekommen als August. Mir war es größtenteils auch zu viel ‚wir lieben uns, dürfen aber nicht‘. Es war teilweise sehr kitschig und fast schon pathetisch. Alles einfach etwas drüber.

Bei den Nebencharakteren ist es leider nicht besser. Sowohl die Montparssons als auch die Landevilles haben eine kleine Schwester, die in einigen Szenen vorkommen. Oft bekommt man das erst gar nicht mit, bis sie plötzlich erwähnt werden, als wäre der Autorin selbst spontan eingefallen ‚Mist, ich habe da noch einen Charakter, den ich mal wieder einbauen sollte‘.

Was in der zweiten Hälfte des Buches passiert, macht die Handlung der ersten Hälfte dann fast obsolet. Die Prüfungen sollten dazu dienen, dass sich Iris und August näherkommen, aber das spürt man nicht und der Rest ist für die übrige Handlung auch nicht mehr relevant. Wie es sich mit der Magie der Montparssons aufklärt, kann man sich sehr bald selbst denken und das Ende wurde ziemlich überhastet abgehandelt.

Sehr kitschig, flache Charaktere, flacher Plot. Die Welt wurde ebenfalls nicht gut ausgearbeitet. Ich hatte mir mehr erhofft.