Gute Story, leider zu langsames Tempo
Death of a Witch von E. V. Woods hatte für mich von Anfang an unglaublich viel Potenzial. Eine alte Fehde zwischen zwei Hexenfamilien, eine schwindende Quelle der Magie, eine gefährliche Reise durch einen tödlichen Wald und dazu eine Romance, die eigentlich von Anfang an unter keinem guten Stern steht – die Grundidee hat mich sofort angesprochen. Auch das düstere, herbstliche Gothic-Setting passt wunderbar zu der Geschichte. Im Mittelpunkt stehen Iris Montparsson und August Landeville, die trotz der jahrhundertealten Feindschaft ihrer Familien gezwungen sind, gemeinsam zum Gallows House aufzubrechen. Und genau deshalb fällt es mir ein bisschen schwer, dieses Buch nur mit drei Sternen zu bewerten: Die Geschichte an sich ist wirklich toll. Ich mochte die Idee, die Atmosphäre und besonders den Gedanken hinter den beiden verfeindeten Familien. Mein Problem lag nicht darin, was erzählt wird, sondern vielmehr darin, wie lange es dauert, bis sich die Geschichte tatsächlich entwickelt.
E. V. Woods erschafft eine wunderbar mystische und teilweise melancholische Welt. Die Fehde zwischen den Familien Montparsson und Landeville bildet dabei einen interessanten Hintergrund, denn beide Seiten tragen ihre eigene Geschichte, ihre Vorurteile und ihre Verletzungen mit sich herum. Gleichzeitig steht über allem die Tatsache, dass die Magie langsam versiegt und damit die Existenz der Familien bedroht ist. Das fand ich spannend. Allerdings hatte ich beim Lesen immer wieder das Gefühl, dass die Handlung auf der Stelle tritt. Viele Situationen werden sehr ruhig aufgebaut und bekommen viel Raum, obwohl ich mir an diesen Stellen schon gewünscht hätte, dass endlich etwas Entscheidendes passiert.
Das Buch lebt stark von Atmosphäre und Stimmung. Für Leser*innen, die langsame Fantasy mit viel Setting, zwischenmenschlichen Spannungen und einem ausgeprägten Slow Burn mögen, kann genau das ein großer Pluspunkt sein. Für mich war es stellenweise jedoch einfach zu ruhig.
Teilweise hatte ich das Gefühl, dass ich zwar ständig auf eine große Entwicklung gewartet habe, diese aber nur sehr langsam vorankam. Dadurch entstanden für mich einige Längen und irgendwann leider auch Langeweile.
Der Schreibstil von E. V. Woods hat mir grundsätzlich gut gefallen. Er ist bildhaft, atmosphärisch und passt hervorragend zu dieser dunklen, leicht märchenhaften Welt. Gerade die Natur, die Magie und die Umgebung werden so beschrieben, dass man sich vieles gut vorstellen kann. Gleichzeitig ist dieser eher ausführliche und ruhige Erzählstil auch der Grund, weshalb sich das Buch für mich teilweise gezogen hat. Ich hatte nicht das Gefühl, dass die Autorin keine Geschichte zu erzählen hat – ganz im Gegenteil. Es gibt eine richtig interessante Geschichte. Sie wird mir nur zu langsam erzählt.
Besonders interessant fand ich die Dynamik zwischen Iris und August. Die beiden kommen aus Familien, die sich seit Generationen feindlich gegenüberstehen. Dadurch ist ihre Ausgangssituation natürlich alles andere als einfach. Vertrauen ist nicht selbstverständlich und jede Annäherung bekommt automatisch eine zusätzliche Bedeutung. Die Entwicklung zwischen den beiden ist sehr langsam und teilweise hatte ich das Gefühl, dass wir sehr lange auf kleine Fortschritte warten. Die Romance ist definitiv ein wichtiger Bestandteil der Geschichte, aber auch hier gilt für mich: Slow Burn wird hier wirklich sehr wörtlich genommen. Ich mochte die Spannung zwischen Iris und August und die Tatsache, dass ihre Gefühle durch die familiäre Feindschaft zusätzlich kompliziert werden. Es geht nicht nur darum, ob zwei Menschen sich mögen, sondern auch darum, ob sie bereit sind, alles infrage zu stellen, was ihnen über die jeweils andere Seite beigebracht wurde.
Gleichzeitig hat die langsame Entwicklung dazu geführt, dass ich manchmal ungeduldig wurde. Ich wollte irgendwann einfach mehr Fortschritte sehen und nicht immer wieder das Gefühl haben, dass die beiden gerade erst einen kleinen Schritt aufeinander zugehen.
Gerade die Frage, ob man die Fehler und Feindschaften der vorherigen Generationen tatsächlich weitertragen muss, fand ich spannend. Das hat bei mir beim Lesen einige Gedanken ausgelöst: Wie viel von dem, was wir über andere Menschen wissen, ist tatsächlich unsere eigene Erfahrung und wie viel davon übernehmen wir einfach von den Menschen, die uns geprägt haben? Diese Thematik hat für mich einen der interessantesten Aspekte des Buches dargestellt. Emotional war die Geschichte für mich deshalb ein Wechselbad. Es gab Momente, in denen ich vollkommen in der Atmosphäre versunken bin und die melancholische, magische Stimmung genießen konnte. Dann gab es aber auch wieder längere Passagen, in denen meine Aufmerksamkeit nachgelassen hat, weil mir einfach zu wenig passiert ist.
Ich hätte mir mehr Dynamik, mehr Spannung zwischen den einzelnen Entwicklungen und insgesamt einen etwas strafferen Erzählrhythmus gewünscht. Dabei möchte ich ausdrücklich betonen: Das Problem ist nicht die Geschichte selbst. Die Geschichte ist wirklich toll und besitzt viele Elemente, die mir gefallen haben. Für mich wurde lediglich zu viel Zeit damit verbracht, alles aufzubauen, wodurch die eigentliche Entwicklung teilweise in den Hintergrund gerückt ist.
Ich würde Death of a Witch vor allem Leser*innen empfehlen, die Gothic Romance, Romantasy, Hexengeschichten, Slow Burn und eine sehr atmosphärische Erzählweise lieben. Wer gerne tief in eine Welt eintaucht, viel Wert auf Stimmung und Charakterentwicklung legt und kein Problem mit einem langsamen Erzähltempo hat, könnte mit diesem Buch sehr viel Freude haben.
Wer dagegen eine Fantasygeschichte mit ständigem Plot-Fortschritt, viel Action und einem schnellen Romance-Aufbau sucht, könnte – so wie ich – zwischendurch etwas ungeduldig werden.
E. V. Woods erschafft eine wunderbar mystische und teilweise melancholische Welt. Die Fehde zwischen den Familien Montparsson und Landeville bildet dabei einen interessanten Hintergrund, denn beide Seiten tragen ihre eigene Geschichte, ihre Vorurteile und ihre Verletzungen mit sich herum. Gleichzeitig steht über allem die Tatsache, dass die Magie langsam versiegt und damit die Existenz der Familien bedroht ist. Das fand ich spannend. Allerdings hatte ich beim Lesen immer wieder das Gefühl, dass die Handlung auf der Stelle tritt. Viele Situationen werden sehr ruhig aufgebaut und bekommen viel Raum, obwohl ich mir an diesen Stellen schon gewünscht hätte, dass endlich etwas Entscheidendes passiert.
Das Buch lebt stark von Atmosphäre und Stimmung. Für Leser*innen, die langsame Fantasy mit viel Setting, zwischenmenschlichen Spannungen und einem ausgeprägten Slow Burn mögen, kann genau das ein großer Pluspunkt sein. Für mich war es stellenweise jedoch einfach zu ruhig.
Teilweise hatte ich das Gefühl, dass ich zwar ständig auf eine große Entwicklung gewartet habe, diese aber nur sehr langsam vorankam. Dadurch entstanden für mich einige Längen und irgendwann leider auch Langeweile.
Der Schreibstil von E. V. Woods hat mir grundsätzlich gut gefallen. Er ist bildhaft, atmosphärisch und passt hervorragend zu dieser dunklen, leicht märchenhaften Welt. Gerade die Natur, die Magie und die Umgebung werden so beschrieben, dass man sich vieles gut vorstellen kann. Gleichzeitig ist dieser eher ausführliche und ruhige Erzählstil auch der Grund, weshalb sich das Buch für mich teilweise gezogen hat. Ich hatte nicht das Gefühl, dass die Autorin keine Geschichte zu erzählen hat – ganz im Gegenteil. Es gibt eine richtig interessante Geschichte. Sie wird mir nur zu langsam erzählt.
Besonders interessant fand ich die Dynamik zwischen Iris und August. Die beiden kommen aus Familien, die sich seit Generationen feindlich gegenüberstehen. Dadurch ist ihre Ausgangssituation natürlich alles andere als einfach. Vertrauen ist nicht selbstverständlich und jede Annäherung bekommt automatisch eine zusätzliche Bedeutung. Die Entwicklung zwischen den beiden ist sehr langsam und teilweise hatte ich das Gefühl, dass wir sehr lange auf kleine Fortschritte warten. Die Romance ist definitiv ein wichtiger Bestandteil der Geschichte, aber auch hier gilt für mich: Slow Burn wird hier wirklich sehr wörtlich genommen. Ich mochte die Spannung zwischen Iris und August und die Tatsache, dass ihre Gefühle durch die familiäre Feindschaft zusätzlich kompliziert werden. Es geht nicht nur darum, ob zwei Menschen sich mögen, sondern auch darum, ob sie bereit sind, alles infrage zu stellen, was ihnen über die jeweils andere Seite beigebracht wurde.
Gleichzeitig hat die langsame Entwicklung dazu geführt, dass ich manchmal ungeduldig wurde. Ich wollte irgendwann einfach mehr Fortschritte sehen und nicht immer wieder das Gefühl haben, dass die beiden gerade erst einen kleinen Schritt aufeinander zugehen.
Gerade die Frage, ob man die Fehler und Feindschaften der vorherigen Generationen tatsächlich weitertragen muss, fand ich spannend. Das hat bei mir beim Lesen einige Gedanken ausgelöst: Wie viel von dem, was wir über andere Menschen wissen, ist tatsächlich unsere eigene Erfahrung und wie viel davon übernehmen wir einfach von den Menschen, die uns geprägt haben? Diese Thematik hat für mich einen der interessantesten Aspekte des Buches dargestellt. Emotional war die Geschichte für mich deshalb ein Wechselbad. Es gab Momente, in denen ich vollkommen in der Atmosphäre versunken bin und die melancholische, magische Stimmung genießen konnte. Dann gab es aber auch wieder längere Passagen, in denen meine Aufmerksamkeit nachgelassen hat, weil mir einfach zu wenig passiert ist.
Ich hätte mir mehr Dynamik, mehr Spannung zwischen den einzelnen Entwicklungen und insgesamt einen etwas strafferen Erzählrhythmus gewünscht. Dabei möchte ich ausdrücklich betonen: Das Problem ist nicht die Geschichte selbst. Die Geschichte ist wirklich toll und besitzt viele Elemente, die mir gefallen haben. Für mich wurde lediglich zu viel Zeit damit verbracht, alles aufzubauen, wodurch die eigentliche Entwicklung teilweise in den Hintergrund gerückt ist.
Ich würde Death of a Witch vor allem Leser*innen empfehlen, die Gothic Romance, Romantasy, Hexengeschichten, Slow Burn und eine sehr atmosphärische Erzählweise lieben. Wer gerne tief in eine Welt eintaucht, viel Wert auf Stimmung und Charakterentwicklung legt und kein Problem mit einem langsamen Erzähltempo hat, könnte mit diesem Buch sehr viel Freude haben.
Wer dagegen eine Fantasygeschichte mit ständigem Plot-Fortschritt, viel Action und einem schnellen Romance-Aufbau sucht, könnte – so wie ich – zwischendurch etwas ungeduldig werden.