Nettes Herbstbuch für zwischendurch 🧙‍♀️🍁✨

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Ein Buch das sowohl vom Cover als auch vom Inhalt her eine richtig herbstliche, an Halloween erinnernde, Stimmung verspricht mitten im Sommer? Na ja, warum denn nicht. Ich persönlich hätte nichts dagegen, wenn der Herbst wirklich bald anfangen würde.

Aber jetzt zum Buch selber: Die leicht unheimliche, spannungsgeladene Atmosphäre hat mir gleich sehr gut gefallen. Das Setting in einem magischen Haus tief im Wald, leichten Gothic Fantasy Vibes und den gefährlichen Hexenjägern im Hintergrund trägt noch mal dazu bei. So konnte mich die düstere Stimmung über der Geschichte schon am Anfang in ihren Bann ziehen.
Normalerweise würde ich an dieser Stelle noch über das Worldbuilding schreiben. Leider erfahren wir bis auf ein paar Ortsnamen und den Regeln des tatsächlich sehr spannenden und außergewöhnlichen Magiesystems nichts über die Welt, in der die Geschichte spielt. Mir persönlich hat der Aspekt sehr gefehlt, da er dem Buch viel mehr Tiefe verliehen hätte. Aber da sich das Buch vermutlich eher an jüngere Leser richtet, wurde das wahrscheinlich bewusst so gemacht, um Längen und zu viel Komplexität zu vermeiden.

Bei der Handlung ging es mir sehr ähnlich. Deadly Trials, rivalisierende Hexenzirkel, „enemies“ to lovers,… All das hat man in einer anderen Form schon mal irgendwo gelesen. Das Rad wird hier definitiv nicht neu erfunden und für mich als Leserin, die doch schon das eine oder andere Fantasy-Buch gelesen hat, war die Handlung deswegen recht vorhersehbar. Keiner der Plottwists hat mich wirklich überrascht und auch das Ende konnte ich schon sehr früh erahnen.
Das heißt nicht, dass das Buch nicht trotzdem spannend war. Im Gegenteil: Durch das sehr schnelle Erzähltempo kann man das Buch leicht in ein bis zwei Tagen wegsnacken. Für nur 400 Seiten passiert in Death of a Witch wirklich viel. Während mir auf den ersten 100 Seiten noch ein wenig die Action gefehlt hat, konnte es mich ab den Ascheprüfungen komplett fesseln. Ja, über tödliche Prüfungen hat man schon öfter gelesen, aber diese waren einfach wieder sehr spannend und haben sehr gut zu der an Halloween erinnernden Stimmung gepasst. Trotz der Vorhersehbarkeit konnte ich stets mit Iris und August mitfiebern und war nie gelangweilt. Auch die wenigen ruhigeren Momente, in denen es mehr um die Beziehung der beiden Hauptfiguren geht, haben mir gut gefallen und waren weder zu kurz noch zu lang. Sie bieten eine kurze Verschnaufpause und geben der eigentlich ziemlich netten Liebesgeschichte etwas Raum.

Was ich jedoch kritisieren muss ist, dass das Buch meiner Meinung nach wegen seiner Kürze zu oberflächlich bleibt und mich so auf emotionaler Ebene nicht ganz erreichen konnte. Die Auflösung wirkt sehr überhastet und nicht ganz glaubwürdig, da viele Entwicklungen einfach zu schnell kommen oder zu wenig beschrieben werden. Auch hätte ich persönlich auf ein tiefgreifenderes Familiengeheimnis gehofft, dass die Fehde der beiden Zirkel besser erklärt hätte.

Der einfache, aber sehr flüssige Schreibstil sorgt für einen guten Lesefluss und motiviert dazu, immer noch eines der angenehm kurzen Kapitel zu lesen.

Noch kurz zu den Charakteren. Das war der Punkt, an dem ich gemerkt habe, dass ich vielleicht einfach nicht ganz zur Zielgruppe des Buchs gehöre. Die Protagonisten sind beide sehr jung und zumindest Iris verhält sich lange Zeit alles andere als erwachsen. Besonders gestört hat mich, dass sie kaum Eigeninitiative zeigt und immer nur auf ihre ältere Schwester und Matriarchin hört, ohne deren Anweisungen zu hinterfragen. Das geht soweit, dass sie sogar plötzlich angefangen hat, ihre Jugendliebe August zu hassen - nur weil ihre Schwester es ihr befohlen hat. Positiv muss ich aber ihre Entwicklung hervorheben, denn mit der Zeit wird das deutlich besser und ich habe sogar noch angefangen, Iris zu mögen. Auch August war mir sehr sympathisch, weil er einfach ein sehr netter und hilfsbereiter Mensch ist.
Die Nebenfiguren bleiben leider entweder zu oberflächlich oder durchwegs unsympathisch, sodass ich keine davon in mein Herz schließen konnte.

Fazit: Ein spannendes Buch, das ich ganz gerne gelesen habe, mir aber nicht lange in Erinnerung bleiben wird. So oder so, das Buch ist eine nette Hexenfantasy, die trotz einiger Kritikpunkte vor allem durch Spannung und düstere Atmosphäre überzeugen kann.

Empfehlung: Vielleicht ist das Buch was für euch, wenn…
… ihr auf der Suche nach einem Buch mit richtig tollen Herbstvibes seid.
… ihr gerne spannende Geschichten mit schnellem Tempo mögt.
… das Genre Fantasy noch recht neu für euch ist und ihr ein für Einsteiger geeignetes Buch braucht.
… Jugendbücher oder Young Adult das Richtige für euch sind.

Insgesamt:⭐️⭐️⭐️✨
Spannung: ⚡️⚡️⚡️⚡️
Charaktere: 😊😊😊
Worldbuilding: ⛰️⛰️
Schreibstil: ✍️✍️✍️✍️
Spice: 🫑/5