"Romeo und Julia" mit einer Prise "Tribute von Panem"

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Mit ihrem Fantasyroman "Death of a Witch" nimmt Autorin E.V. Woods ihre Leserschaft mit in eine düstere mittelalterliche Welt der Hexenverfolgung. Die beiden Hexenclans der Montparssons und Landevilles hassen einander unerbittlich, obwohl beide Clans gleichermaßen unter einem ausbleibenden Zufluss an Magie leiden, was sie jedoch einem Fluch des jeweils anderen Clans zuschreiben. Beide Clans sind auf jeweils drei junge Geschwister abgeschmolzen und leben mehr schlecht als recht vor den Augen der Menschheit verborgen in Armut. Iris, die mittlere Schwester der Montparssons hatte sich als junges Mädchen mit Auguste, dem mittleren Sohn der Landevilles zunächst angefreundet, dann verliebt, bis die Matriarchinnen beider Häuser sie auseinander bringen. Als der Verfall beider Clans nicht mehr aufzuhalten ist, werden Iris und Auguste gemeinsam los geschickt, um an den berüchtigten Aschespielen teilzunehmen, die die Hexenälteste alljährlich durchführt, um den Gewinnern und ihren Familien in ihrem Anwesen Zuflucht zu gewähren.
Die Autorin mischt hier geschickt Elemente anderer Fantasygeschichten, packt sie in die Hexenwelt zu einer düsteren Kulisse. Diese Idee hat mir gut gefallen, jedoch konnte ich nicht wirklich eine Beziehung zur Protagonistin Iris, aus deren Sicht die gesamte Geschichte durchgehend erzählt ist, aufbauen. Weder ihre Schuldgefühle als sie die Lage ihrer Familie dramatisch verschlechtert, noch ihre Zerrissenheit und ihre angebliche Trauer um ihre Freundschaft und Beziehung zu Auguste haben mich erreicht. Generell blieben alle Charaktere etwas farblos und die Geschichte ging etwas zäh voran. Die Wende mit der Hexenältesten war überraschend, das Rätsel mit den verschollenen Vorfahren dagegen hatte ich fast erwartet. Insgesamt eine interessante Fantasygeschichte, die sich dank eines flüssigen Schreibstils auch flott lesen ließ. Mir gefällt auch, dass es sich um einen in sich abgeschlossenen Einzelband handelt.