Verfeindete Hexenzirkel, ein Fluch und viel Herbstnebel
E.V. Woods hat sich für DEATH OF A WITCH von den mittelalterlichen Hexenverfolgungen inspirieren lassen und daraus eine leicht düstere Hexenfantasy gestrickt. Hexen, sowohl weibliche als auch männliche, sind in familiären Zirkeln organisiert. Sie leben unter den Menschen, aber unerkannt und nur in ihren eigenen Gemeinschaften. Das ist auch gut so. Hexenjäger, die speziell dafür ausgebildet sind, jagen sie gnadenlos, um sie öffentlich hinzurichten, weil Menschen von jeher Angst vor dem haben, was sie nicht verstehen.
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen zwei junge Hexen, Iris Montparsson und August Landeville, die sich zueinander hingezogen fühlen. Das Problem ist: Ihre Familien sind seit 150 Jahren tödlich verfeindet und geben sich gegenseitig die Schuld daran. Eine friedliche Lösung scheint unerreichbar. Zusätzlich versiegt langsam und doch unaufhaltsam ihr Magie-Altar, das Einzige, was ihnen Schutz vor den Blicken der Menschen und deren Hexenjägern bieten kann. Interessant dabei ist, dass Woods ihre Hexenzirkel ihre Magie jeweils aus einer Quelle schöpfen lässt – quasi wie ein Familien-Guthaben. Normalerweise regeneriert sich diese Quelle, sodass jeder Zirkel geschützt bleibt. Doch bei den Montparssons bleibt diese Regeneration bereits seit Dekaden aus.
In dieser ausweglosen Situation beschließen die Montparssons und Landevilles einen fragilen Waffenstillstand, um an den jährlichen Ascheprüfungen im Gallows House, einem mächtigen Zirkel, teilzunehmen. Ein Wettbewerb, der ihnen eine Zuflucht verspricht und ihren Zirkeln das Überleben sichern könnte. Iris und August werden als Teilnehmer bestimmt – dabei wollten sie sich eigentlich aus dem Weg gehen.
In DEATH OF A WITCH vermischt sich ein herbstliches Setting mit einer romantischen, unerfüllten Liebesgeschichte. Die Autorin schickt ihre Protagonisten auf eine gefährliche Reise und hat dabei ziemlich viele Ideen im Gepäck. Es gibt einen gefährlichen Wald, gnadenlose Hexenjäger, geisterbevölkerte Ruinen, einen Fluch, ein mysteriöses Geheimnis, einen tödlichen Wettbewerb, intrigante Mächte und die obligatorische Lovestory. Und das ist ziemlich viel für knapp 400 Seiten.
Die einzelnen Szenen sind atmosphärisch dicht geschrieben, wie zum Beispiel, als Iris und August auf der Flucht vor den Hexenjägern sind, oder bereits der Einstieg, als Iris einen Menschen-Jungen rettet. Allerdings sind sie mehr aneinandergereiht als aufeinander aufbauend. Dadurch bleibt vieles oberflächlich und einige sehr spannende Szenen finden ein zu plötzliches, beinahe belangloses Ende. Die vielen Ideen bekommen nicht immer ausreichend Raum, wodurch manches durch die geraffte Darstellung eher unbefriedigend wirkt.
Zwar achtet die Autorin darauf, dass kein Handlungsfaden lose bleibt, aber gerade das dunkle Geheimnis hinter der Macht von Gallows House hätte deutlich mehr hergegeben. Iris kommt ihm vergleichsweise leicht auf die Spur und auch die anschließende Konfrontation mit der Grand Dame wird beinahe beiläufig abgehandelt. Statt daraus einen größeren Konflikt entstehen zu lassen, wird dieser am Ende in einer Art Epilog noch kurz aufgelöst. Dabei hätte gerade hier ein echter Showdown gut gepasst.
Auch das matriarchale System ist zunächst besonders, stellt sich im weiteren Verlauf jedoch als wenig überzeugend heraus. Die Hexenzirkel haben jeweils eine Matriarchin an der Spitze, letztlich bleibt das zugrunde liegende Machtgefüge aber dasselbe: Es wurde lediglich das männliche gegen ein weibliches Machtgefüge getauscht. Demokratischer oder weniger hierarchisch ist es dadurch nicht. Das fand ich schade, weil auch hier mehr möglich gewesen wäre.
So gibt es einige Szenen, die sich für mich nach guten Ideen mit verschenktem Potenzial angefühlt haben. Mit der Figurenentwicklung verhält es sich ähnlich. Ich glaube, da wäre mehr drin gewesen. Insgesamt also ein schönes Herbstbuch für zwischendurch, mit sympathischen, wenn auch etwas blass bleibenden Charakteren und in einem angenehmen Schreibstil.
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen zwei junge Hexen, Iris Montparsson und August Landeville, die sich zueinander hingezogen fühlen. Das Problem ist: Ihre Familien sind seit 150 Jahren tödlich verfeindet und geben sich gegenseitig die Schuld daran. Eine friedliche Lösung scheint unerreichbar. Zusätzlich versiegt langsam und doch unaufhaltsam ihr Magie-Altar, das Einzige, was ihnen Schutz vor den Blicken der Menschen und deren Hexenjägern bieten kann. Interessant dabei ist, dass Woods ihre Hexenzirkel ihre Magie jeweils aus einer Quelle schöpfen lässt – quasi wie ein Familien-Guthaben. Normalerweise regeneriert sich diese Quelle, sodass jeder Zirkel geschützt bleibt. Doch bei den Montparssons bleibt diese Regeneration bereits seit Dekaden aus.
In dieser ausweglosen Situation beschließen die Montparssons und Landevilles einen fragilen Waffenstillstand, um an den jährlichen Ascheprüfungen im Gallows House, einem mächtigen Zirkel, teilzunehmen. Ein Wettbewerb, der ihnen eine Zuflucht verspricht und ihren Zirkeln das Überleben sichern könnte. Iris und August werden als Teilnehmer bestimmt – dabei wollten sie sich eigentlich aus dem Weg gehen.
In DEATH OF A WITCH vermischt sich ein herbstliches Setting mit einer romantischen, unerfüllten Liebesgeschichte. Die Autorin schickt ihre Protagonisten auf eine gefährliche Reise und hat dabei ziemlich viele Ideen im Gepäck. Es gibt einen gefährlichen Wald, gnadenlose Hexenjäger, geisterbevölkerte Ruinen, einen Fluch, ein mysteriöses Geheimnis, einen tödlichen Wettbewerb, intrigante Mächte und die obligatorische Lovestory. Und das ist ziemlich viel für knapp 400 Seiten.
Die einzelnen Szenen sind atmosphärisch dicht geschrieben, wie zum Beispiel, als Iris und August auf der Flucht vor den Hexenjägern sind, oder bereits der Einstieg, als Iris einen Menschen-Jungen rettet. Allerdings sind sie mehr aneinandergereiht als aufeinander aufbauend. Dadurch bleibt vieles oberflächlich und einige sehr spannende Szenen finden ein zu plötzliches, beinahe belangloses Ende. Die vielen Ideen bekommen nicht immer ausreichend Raum, wodurch manches durch die geraffte Darstellung eher unbefriedigend wirkt.
Zwar achtet die Autorin darauf, dass kein Handlungsfaden lose bleibt, aber gerade das dunkle Geheimnis hinter der Macht von Gallows House hätte deutlich mehr hergegeben. Iris kommt ihm vergleichsweise leicht auf die Spur und auch die anschließende Konfrontation mit der Grand Dame wird beinahe beiläufig abgehandelt. Statt daraus einen größeren Konflikt entstehen zu lassen, wird dieser am Ende in einer Art Epilog noch kurz aufgelöst. Dabei hätte gerade hier ein echter Showdown gut gepasst.
Auch das matriarchale System ist zunächst besonders, stellt sich im weiteren Verlauf jedoch als wenig überzeugend heraus. Die Hexenzirkel haben jeweils eine Matriarchin an der Spitze, letztlich bleibt das zugrunde liegende Machtgefüge aber dasselbe: Es wurde lediglich das männliche gegen ein weibliches Machtgefüge getauscht. Demokratischer oder weniger hierarchisch ist es dadurch nicht. Das fand ich schade, weil auch hier mehr möglich gewesen wäre.
So gibt es einige Szenen, die sich für mich nach guten Ideen mit verschenktem Potenzial angefühlt haben. Mit der Figurenentwicklung verhält es sich ähnlich. Ich glaube, da wäre mehr drin gewesen. Insgesamt also ein schönes Herbstbuch für zwischendurch, mit sympathischen, wenn auch etwas blass bleibenden Charakteren und in einem angenehmen Schreibstil.