Ansprechender Rundumschlag zum Thema ADHS

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Meine Meinung:
Auch wenn ich selbst, zumindest was Sachbücher angeht, nicht ganz auf dem neuesten Stand bin, finde ich das Thema ADHS grundsätzlich spannend. Die Umsetzung dieses Buches hat mich von der Aufmachung her sehr angesprochen, und da ich die Kombination aus informativen Abschnitten und Tools zum besseren Umgang mit der eigenen Neurodivergenz spannend fand, war ich wirklich neugierig auf diese Mischung.

Gleich vorab, ich stimme mit der Haltung der Autorin zum Thema Selbstdiagnose absolut nicht überein, denn ich halte so eine wichtige medizinische Einordnung wie die Diagnose von ADHS oder Autismus für die Aufgabe eines Psychiaters und nicht für ein Label, dass man sich, wie es hier suggeriert wird, einfach im Alleingang verpassen sollte.

Was ich in diesem Zuge allerdings gelungen fand, war der insgesamt sehr wertschätzenden Ton, der weder Neurodivergenz, noch die damit einhergehende Symptomatik stigmatisiert, sondern im gesamten Buch vor allem das Potenzial und die Stärken neurodivergenter Gehirne betont. Für ADHSler ist das sicherlich ein großer Pluspunkt, aber auch in Hinblick auf Nichtbetroffene halte ich es für angebracht, einen wertschätzenderen und vorverurteilungsfreien Tonfall anzuschlagen, wenn man über diese Thematik spricht.

Die Textabschnitte des ersten Teiles fand ich insgesamt sehr informativ und quellentechnisch gut belegt, was mir persönlich insbesondere bei Ratgebern durchaus wichtig ist. Auch wenn man sich mit der Thematik bisher noch nie auseinandergesetzt hat, erfährt man hier mehr über die Denkmuster und Verhaltensweisen eines neurodivergenten Gehirns, was für Betroffene wie Nichtbetroffene gleichermaßen spannend und informativ aufbereitet ist.

Der zweite Teil, der die Planerseiten beinhaltet, war in meinen Augen auch für Nichts-ADHSler interessant, da die Planungsmethoden auch so nützlich sein können. Über den QR-Code kann man sich sogar bei Bedarf einige der Seiten als zusätzliche Exemplare herunterladen, was ich als Angebot sehr nett finde und was vielleicht zusätzlich motiviert, das Workbook auch über das Ausfüllen hinaus noch zu benutzen.


Fazit:
Auch wenn ich nicht mit allen Aussagen der Autorin zu einhundert Prozent übereinstimme, fand ich das Buch insgesamt fundiert geschrieben und somit wirklich gelungen. Die Mischung aus Informationstexten und Planerseiten hat mir gut gefallen, weshalb ich das Buch insbesondere für neurodivergente Menschen für eine wirkliche Bereicherung halte.

Dafür gibt es viereinhalb Bücherstapel von mir.