Cooler Reihenauftakt

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fraulustig Avatar

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Tyl ist dabei kein typischer Held. Kein Muskelprotz, kein Draufgänger. Eher jemand, der unterschätzt wird... von anderen und auch von sich selbst. Und genau das macht ihn so sympathisch. Er punktet nicht mit Stärke, sondern mit Köpfchen, Mut und Herz. Gerade das fand ich richtig schön zu lesen, weil es Kindern (und ehrlich gesagt auch Erwachsenen) zeigt, dass man nicht laut oder stark sein muss, um etwas zu bewirken.

Besonders gelungen ist die Verbindung zwischen Tyl und seinem Adler Eylo. Diese Freundschaft fühlt sich richtig besonders an und zieht sich als roter Faden durch die Geschichte. Der erste Flug? Definitiv ein Highlight.

Die Geschichte ist spannend geschrieben und lässt sich super weglesen. Die Kapitel sind angenehm kurz, die Illustrationen lockern alles auf und machen das Ganze noch greifbarer. Auch emotional hat das Buch mehr zu bieten, als man vielleicht erwartet. Gegen Ende wird es nämlich überraschend ernst und traurig. Das hat uns schon berührt und sorgt dafür, dass die Geschichte nicht einfach nur ein “nettes Abenteuer” bleibt.

Ein paar kleine Schwächen gibt es aber auch. Manche Dinge wirken etwas schnell erzählt und gerade bei den Nebenfiguren hätte ich mir manchmal ein bisschen mehr Tiefe gewünscht. Auch die Mittelalter-Atmosphäre fühlt sich eher wie eine Fantasiewelt an; was für Kinder völlig okay ist, aber als Erwachsene stolpert man an der ein oder anderen Stelle kurz darüber.

Trotzdem überwiegt ganz klar das Positive: eine spannende, emotionale Geschichte über Mut, Freundschaft und den eigenen Platz in der Welt.

Ein richtig schöner Reihenauftakt, der Lust auf mehr macht​ und bei uns definitiv den Wunsch geweckt hat, weiterzulesen.