Ein Thriller über Verlust

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Die zentralen Figuren des Buches sind die beiden Ermittler Björling und Johanna. Björling ist leitender Kommissar in Falkenberg, und er betrauert den Tod seiner Frau, die vor einem Jahr an Krebs gestorben ist. Johanna kommt nach Falkenberg, um die Ermittlungen vor Ort zu unterstützen. Auch sie hat Belastendes in ihrer Vergangenheit erlebt, dessen Hintergründe zunächst nur angedeutet werden und sich erst im Verlauf der Handlung allmählich offenbaren. Lediglich Björlings Kollege Hakansson wirkt unbelastet, wobei man über sein Privatleben kaum etwas erfährt.

Zu Beginn empfand ich die starke Fokussierung auf den persönlichen Ballast beider Hauptfiguren als überladen. Dadurch rückte die eigentliche Ermittlung zum Tod eines jungen Mädchens, das in einem Bach gefunden wurde und dessen Identität lange nicht aufgeklärt werden konnte, zu sehr in den Hintergrund. Statt dass der Fall und seine Aufklärung im Zentrum stehen, wirkte er eher wie ein Rahmen, an dem sich die persönliche Entwicklung der Figuren entlangbewegt.

Erzählt wird in mehreren Strängen: Björlings Trauer und sein persönlicher Absturz, Johannas belastete Vergangenheit und natürlich die Ermittlungen selbst. Und obwohl auch aus Perspektive des Opfers erzählt wird und dessen Leiden dadurch erlebbar erscheint, wollte bei mir keine echte Emotion aufkommen. Weder empfand ich den Fall als düster noch als beklemmend oder atmosphärisch. Wobei ich keine Ahnung habe, ob es an der Übersetzung, dem Schreibstil oder mir selber liegt.

Und leider, leider empfand ich die Aufklärung als absolut unzureichend, da insbesondere die Motivation des Täters unklar bleibt. Eine Erklärung, die ich später nachgelesen habe, konnte ich dem Buch selbst nicht entnehmen.

Mir bleibt vor allem das Thema Verlust im Kopf hängen und die vielschichtigen Wege, wie Menschen versuchen, ihn zu bewältigen. In dem Thriller begegnet er uns in unterschiedlichsten Formen, und mehrere Figuren werden damit konfrontiert. So verschieden die Erfahrungen des Verlusts sind, so unterschiedlich zeigen sich auch die Wege, den Schmerz zu bewältigen. Besonders deutlich wird dies bei Björling und Johanna, aber ebenso bei den Angehörigen der Mordopfer, die ebenfalls mit den Folgen kämpfen.

Fazit: Das Buch hinterlässt bei mir einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits wagt es sich an große Themen wie Verlust, Trauer und Schuld, andererseits bleibt es als Thriller deutlich hinter meinen Erwartungen zurück.