schwermütiger Krimi

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fredhel Avatar

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Schon das düstere Cover deutet an, worauf man sich hier einlässt, und der Plot steht dem in nichts nach. Dennoch passt die Gestaltung inhaltlich hervorragend, denn der Wald und die Tierwelt spielen in diesem Buch eine tragende, sehr atmosphärische Rolle.

Im Mittelpunkt steht Kommissar Björling, hinter dem eine schwere Zeit liegt. Er konnte den Tod seiner Frau einfach nicht verkraften. Als wäre das nicht genug, ist ihm seine halbwüchsige Tochter entglitten – und dann verschwindet sie nach einem Zelt-Wochenende plötzlich spurlos. Die anschließende Spurensuche gestaltet sich als extrem schwer und unergiebig, bis der Fall schließlich ergebnislos zu den Akten gelegt wird. Für Björling ist das zu viel: Er erleidet einen psychischen Zusammenbruch. Erst nach langen, quälenden Monaten kommt plötzlich wieder Bewegung in die Sache – und ab diesem Moment geht es fast Schlag auf Schlag.

Carl-Johan Vallgren mutet seinen Lesern hier einiges zu; es ist streckenweise wirklich schwer zu verkraften, was Menschen einander in diesem Krimi antun können. Über der gesamten Handlung liegt eine tiefe Schwermut. Wer einen rasanten Pageturner sucht, ist hier eher falsch. Man möchte zwar unbedingt wissen, wer der Täter ist und was damals geschah, aber man stellt sich beim Lesen ganz automatisch auf die entschleunigte, nachdenkliche Geschwindigkeit des Autors ein. Auf die Auflösung wird nicht mit billigen Effekten, sondern Schritt für Schritt und sehr sorgfältig hingearbeitet.

Für mich ist dies ein etwas anderer schwedischer Krimi, der sich spürbar von der Masse abhebt. Er wird aufgrund seiner düsteren, melancholischen Grundstimmung vielleicht nicht jedem gefallen, aber mich hat die Tiefgründigkeit und die dichte Atmosphäre letztlich überzeugt. Gute 4 Sterne!