Reflektiert, fundiert und dennoch sehr allgemein

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litera Avatar

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Grundsätzlich finde ich das Buch lesenswert, dies sei vorweggenommen. Der Autor hat als Psychologe wahrnehmbar viel Lebens- und Praxiserfahrung, was ihn durchaus für das Schreiben eines Ratgeber qualifiziert. Sehr beeindruckt hat mich die Offenheit, mit der er aus seinem eigenen Leben und Erfahrungsschatz berichtet. Dazu gehört viel Mut, erst Recht in seiner Position. Dies verleiht seinem Buch nicht nur eine sehr persönliche Note, sondern auch Glaubwürdigkeit. Den Schreibstil fand ich teilweise sehr angenehm und teilweise sehr hölzern und verkürzt. Inwiefern dies auch an der Übersetzung liegen könnte, kann ich nicht beurteilen.
Spannend fand ich die Einschübe zur süd-koreanischen Gesellschaft. Dies hatte mich ursprünglich motiviert, das Buch überhaupt zu lesen - der Blick auf ein grundsätzlich menschliches Thema aus einem anderen Kulturkreis.
Der Autor holt weit aus, bedenkt viele Themen, untermauert sie und bietet am Ende jedes Kapitels Übungen an. Die vielen verschiedenen Blickwinkel auf das Thema haben mir gefallen, die Übungen haben mich in Summe weniger angesprochen. Ich fand sie doch etwas zu allgemein. Und dieser Aspekt beschleicht mich auch insgesamt, erstaunlicherweise. Trotz vieler Pluspunkte hinterlässt das Buch bei mir doch einen sehr allgemeinen, manchmal oberflächlichen Eindruck - ohne, dass ich genauer fassen kann, woran das liegt.