Besonderes Sommergefühl

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Dieses Buch hat mich schon auf den ersten Blick verzaubert. Das Cover mit dieser unheimlich ästhetischen, hübschen Frau verströmt sofort eine elegante, fast sehnsüchtige Poesie. Und der Titel „Dem Meer entgegen“? Der schreit für mich einfach nach Sommer, nach salziger Luft, warmen Sonnenstrahlen und der Weite des Horizonts. Man möchte sich am liebsten sofort an die kroatische Küste träumen.
Die Leseprobe hält genau dieses Versprechen, bringt aber gleichzeitig eine wunderbare, tiefgründige Melancholie mit. Wir lernen Ivona kennen, die mit 38 wieder bei ihrem Vater im winterlichen Zadar wohnt, im Schreibwarenladen arbeitet und ihrer großen Liebe Vlaho hinterhertrauert. Lidija Hiljes Schreibstil (großartig übersetzt) ist dabei ein absoluter Genuss: unheimlich feinfühlig, bildhaft und emotional dicht. Das wiederkehrende Motiv der Babuška-Puppe oder das Klirren der Kaffeekanne erzeugen sofort eine greifbare, intime Atmosphäre.
Besonders berührt hat mich der Rückblick in das Jahr 2000, als sich Ivona und Vlaho als junge Studenten im verschneiten Zagreb über ein gemeinsames Lieblingslied kennenlernen. Dieses Prickeln, die erste Nachricht, das Gefühl des „Gesehenwerdens“ – das ist so authentisch und berührend geschrieben, dass ich richtig Gänsehaut bekommen habe. „Dem Meer entgegen“ ist kein seichter Urlaubsroman, sondern eine kraftvolle, reife Geschichte über verpasste Chancen, die Geister der Vergangenheit und die große Frage, ob man noch einmal ganz von vorne anfangen kann. Ein absolut stimmungsvolles Buch, das perfekt in den Juli passt und das ich unglaublich gerne weiterlesen möchte!