Hauchdünne Entscheidungen
Ein Roman aus Kroatien - den liest man selten. Ich jedenfalls.
In Ivonas Heimat neigt sich alles dem Meer entgegen. Lidija Hilje erzählt von einer Protagonistin, die gescheitert scheint. Mit Ende dreißig geschieden, perpektivlos im Job und zurück im alten Kinderzimmer. Sie keine erfolgreiche Biologin, nicht mit ihrer großen Liebe zusammengeblieben. Die Familie hat der Ex mit einer anderen Frau gegründet. Und alles, was ihr als Kind Halt gegeben hat, rinnt ihr plötzlich durch die Finger.
"Dem Meer entgegen" ist ein leiser, eindrücklicher Sommerroman, in dem es weniger eine chronologische Handlung gibt, sondern vielmehr fragmentarisch von den großen Entscheidungen im Leben eines Menschen erzählt wird. Es geht darum, wie wir werden, wer wir sind. Wie wir scheitern, und wie wir wieder aufstehen können. Ich habe mich während des Lesens oft gefragt, was scheitern eigentlich bedeutet und warum es diese ganz bestimmten Meilensteine sind, die wir zu einem bestimmten Zeitpunkt erreicht haben sollen, damit unser Leben allgemein als erfolgreich gilt.
Die Geschichte ist kein klassischer Sommerroman, trotz Urlaubsflair und der Schönheit der kroatischen Küste. In gewisser Weise kontrastiert diese Umgebung die inhaltliche Schwere, die über allem liegt. Es ist ein traurig träger, nostalgischer Sommer, den die Autorin hier zeichnet.
Das Buch hat mich sehr beschäftigt. Ivona ist eine authentische Protagonistin, für die ich viel Empathie aufbringen konnte. Manchmal ist die Linie zwischen Scheitern und Erfolg so hauchdünn, manchmal ist die Verkettung aller Umstände so verdammt unglücklich, manchmal wissen wir einfach nicht, was wir wollen. Und wie soll man das auch?
Es gibt gewisse Längen im Text und wenig klassische Spannung. Das eigentlich Spannende lag für mich in der Suche nach Antworten, die es vielleicht gar nicht gibt.
Bei mir jedenfalls hat die Geschichte einen Nerv getroffen, obwohl sie mich letztlich mit einem schweren, nachdenklichen Gefühl zurückgelassen hat.
Ich habe bisher wenige Bücher aus diesem Sprach- und Kulturraum gelesen und mich sehr darüber gefreut, dass dieses hier meine Sommer-Leseliste bereichert hat.
In Ivonas Heimat neigt sich alles dem Meer entgegen. Lidija Hilje erzählt von einer Protagonistin, die gescheitert scheint. Mit Ende dreißig geschieden, perpektivlos im Job und zurück im alten Kinderzimmer. Sie keine erfolgreiche Biologin, nicht mit ihrer großen Liebe zusammengeblieben. Die Familie hat der Ex mit einer anderen Frau gegründet. Und alles, was ihr als Kind Halt gegeben hat, rinnt ihr plötzlich durch die Finger.
"Dem Meer entgegen" ist ein leiser, eindrücklicher Sommerroman, in dem es weniger eine chronologische Handlung gibt, sondern vielmehr fragmentarisch von den großen Entscheidungen im Leben eines Menschen erzählt wird. Es geht darum, wie wir werden, wer wir sind. Wie wir scheitern, und wie wir wieder aufstehen können. Ich habe mich während des Lesens oft gefragt, was scheitern eigentlich bedeutet und warum es diese ganz bestimmten Meilensteine sind, die wir zu einem bestimmten Zeitpunkt erreicht haben sollen, damit unser Leben allgemein als erfolgreich gilt.
Die Geschichte ist kein klassischer Sommerroman, trotz Urlaubsflair und der Schönheit der kroatischen Küste. In gewisser Weise kontrastiert diese Umgebung die inhaltliche Schwere, die über allem liegt. Es ist ein traurig träger, nostalgischer Sommer, den die Autorin hier zeichnet.
Das Buch hat mich sehr beschäftigt. Ivona ist eine authentische Protagonistin, für die ich viel Empathie aufbringen konnte. Manchmal ist die Linie zwischen Scheitern und Erfolg so hauchdünn, manchmal ist die Verkettung aller Umstände so verdammt unglücklich, manchmal wissen wir einfach nicht, was wir wollen. Und wie soll man das auch?
Es gibt gewisse Längen im Text und wenig klassische Spannung. Das eigentlich Spannende lag für mich in der Suche nach Antworten, die es vielleicht gar nicht gibt.
Bei mir jedenfalls hat die Geschichte einen Nerv getroffen, obwohl sie mich letztlich mit einem schweren, nachdenklichen Gefühl zurückgelassen hat.
Ich habe bisher wenige Bücher aus diesem Sprach- und Kulturraum gelesen und mich sehr darüber gefreut, dass dieses hier meine Sommer-Leseliste bereichert hat.