Ruhig erzählt, aber keineswegs leicht

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chocoball Avatar

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Ivona kehrt mit Ende 30 in ihre Heimatstadt Zadar an der kroatischen Küste zurück. Zwischen dem alten Olivenhain ihrer Großmutter, familiären Problemen, einer schwierigen Vergangenheit und der Begegnung mit ihrem Ex-Mann Vlaho muss sie sich mit ihren bisherigen Entscheidungen auseinandersetzen. Gleichzeitig eröffnet sich für sie die Möglichkeit eines Neuanfangs in Italien. Der Roman erzählt dabei nicht nur von Liebe und Verlust, sondern vor allem von der Frage, ob und wie man mit der eigenen Vergangenheit abschließen und einen neuen Weg einschlagen kann.

Meiner Meinung nach ist dieses Debüt gut gelungen. Der Schreibstil ist ruhig und die Handlung kommt ohne besonders viel Action aus – trotzdem liest sich das Buch flüssig und angenehm. Besonders gefallen hat mir die Atmosphäre. Man kann sich sehr gut in das Setting hineinversetzen: Den Olivenhain, das Meer, die warme Sonne und die kroatische Landschaft hatte ich beim Lesen direkt vor Augen. Auch die melancholische Grundstimmung passt gut zur Geschichte und ihren Figuren.

Für die vier Hauptpersonen hätte ich mir allerdings ein anderes Ende gewünscht. Vieles ist sehr melancholisch und regt auch nach dem Lesen noch zum Nachdenken an. Wer aufgrund des Titels ein leichtes, unbeschwertes Sommerbuch erwartet, könnte daher enttäuscht werden. Für mich ist es vielmehr eine ruhige und nachdenkliche Geschichte über Vergangenheit, Verlust, Liebe und die Frage, ob ein Neuanfang wirklich möglich ist.

Insgesamt ein gelungenes Debüt, das mich vor allem durch seine bildhafte Beschreibung und seine nachdenkliche Stimmung überzeugen konnte.