Ruhiges, emotionales Sommerbuch

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anna.liest Avatar

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„Dem Meer entgegen“ war für mich kein Roman, der von großen Wendungen lebt, sondern einer, der seine Wirkung ganz leise entfaltet. Die Geschichte begleitet Ivona über viele Jahre hinweg und erzählt dabei nicht nur von einer wiederbegegnenden Liebe, sondern auch von Familie, Herkunft, verpassten Möglichkeiten und dem Einfluss der Vergangenheit auf unser Leben.

Besonders beeindruckt hat mich die Atmosphäre. Die kroatische Adriaküste ist hier weit mehr als nur ein Schauplatz. Man spürt förmlich das Meer, die Hitze und die Ruhe der Umgebung. Der Schreibstil ist eher zurückhaltend, aber sehr eindringlich.
Auch die Figuren haben mir gut gefallen, weil sie nicht perfekt sind und auch nicht immer sympathischsind. Ihre Entscheidungen sind nicht immer leicht nachzuvollziehen, wirken dadurch aber umso authentischer. Gerade Ivona fand ich glaubwürdig und menschlich.

Wer einen spannenden Pageturner sucht, könnte das Tempo als zu ruhig empfinden. Der Fokus liegt viel mehr auf den Charakterentwicklungen als auf dem Plot.
Für mich war genau diese Ruhe jedoch die Stärke des Buches. Es ist ein stiller, atmosphärischer Roman mit viel Gefühl und leisen Zwischentönen, der mich auch nach dem Lesen noch beschäftigt hat.