Familiengeheimnisse

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
dieunterhoferin Avatar

Von

Das Buchcover gefällt mir sehr gut. Die Szene mit dem leeren Tisch macht neugierig, man fragt sich wo die Familienmitglieder sind. Auch die Farben und der Malstil der Szene spricht mich sehr an.

Die Leseprobe hat mit gut gefallen. Die Autorin schreibt sehr atmosphärisch und man spürt bereits ein Brodeln. Die Erzählweise empfinde ich auch als ein wenig melancholisch, die aber gut zur Geschichte passt. Erzählt wird die Handlung auf zwei Zeitebenen: Einmal in der literarischen Gegenwart im Jahr 2022, dann im Rückblick im Jahr 1899. Die Kapitel sind relativ kurz, was mir aber gut gefällt.
Beim Lesen wird schnell deutlich, dass es Familiengeheimnisse gibt, die nun ans Licht kommen. Das erzeugt eine gewisse Spannung und Neugier. Über die Figuren erfährt man bisher nur Bruchstücke. Iride wird scheinbar von den Dorfbewohnern nicht so geschätzt, teilweise sogar gemieden. Dabei wirkt sie eigentlich wie eine ganz normale Frau, die um ihren Vater trauert. Sie hat Kinder, ist geschieden und hat für ihre Familie ihre Karriere in der Archäologie sausen lassen. Für ihren Kindheitsfreund Piero scheint sie mehr als freundschaftliche Gefühle zu heben. Tata Manuella finde ich als Figur auch sehr spannend. Sie hat ein bisschen etwas mystisches an sich. In weiterer Folge geht es ans Aufdecken von Donna Mimìs Leben, Irides Ururgroßmutter.
Auf die Parallelen, die angedeutet werden bin ich schon sehr gespannt. Außerdem macht mich das spurlose Schwinden und das Fehlen von Fotos ebenso neugierig.

Ich glaube die Geschichte hat noch etliche Wendungen und Überraschungen in petto. Ich erwarte mir eine Familiengeschichte vollere Geheimnisse, die gelüftet werden, aber auch eine Geschichte, die heilsam ist. Über ein Vorab-Rezensionsexemplar würde ich mich sehr freuen.