Der Abend der Langeweile

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Ein lang gehütetes Familiengeheimnis und eine verbotene Liebe vor dem Hintergrund der sardinischen Geschichte – „Der Abend der Seelen“ klingt nach einer packenden Familiengeschichte, entpuppt sich beim Lesen aber eher als laues Lüftchen.

Die Geschichte wird anhand zweier Erzählstränge erzählt. In der Gegenwart folgt man Iride, die nach dem Tod ihres Vaters nach Sardinien zurückkehrt. Gemeinsam mit einem Freund aus Kindheitstagen taucht sie tief in ihre Familiengeschichte ein, da ihre Tante Tata Manuella endlich beginnt, über die Ururgroßmutter Mimi und das mit ihr verbundene Geheimnis zu sprechen.

In beide Erzählstränge sind spirituelle Elemente eingebettet, die die Spannung und Mysterität der Geschichte erhöhen sollen, jedoch eher deplatziert wirken und so genau das Gegenteil bewirken. Das Gleiche gilt für den Erzählstrang in der Gegenwart, der nicht wirklich zur Handlung beiträgt.

Es ist nicht so, als wären keine interessanten Ansätze vorhanden, aber die verschiedenen Themen und Handlungsstränge fügen sich nicht zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen. Dadurch bleibt die Geschichte an der Oberfläche und wirkt unauserzählt.

Auch der Schreibstil der Autorin macht es einem nicht leicht, Zugang zur Geschichte zu finden. Er ist sehr beschreibend, was den Lesefluss zusätzlich ins Stocken bringt und verhindert, dass eine wirkliche Nähe zu den Charakteren entsteht.

„Der Abend der Seelen“ ist leichte Kost für zwischendurch, mehr aber auch nicht.