Ein Buch über Frauenschicksale auf Sardinien und die zerstörerische Kraft grausamer Geheimnisse
Iride kommt zur Beerdigung Ihres Vaters zurück in den Ort, in dem sie aufgewachsen ist. Dort begegnet ihr immer noch die Ablehnung und das Misstrauen, das ihre Familie schon begleitete, seit sie denken kann. Anlässlich dieser Erfahrung und durch die Wiederbegegnung mit Tata, dem Urgestein ihres elterlichen Hauses und am ehesten als Haushälterin zu bezeichnen, und ihrem Jugendfreund Piero begibt sie sich auf die innere wie äußere Reise, die Gründe für die Ablehnung, die ihre Familie offenbar seit Generationen erfährt, zu ergründen. Diese Reise führt sie vornehmlich in die Lebenszeit ihrer Ur-Ur-Großmutter, die eines Tages plötzlich verschwand. In längeren Rückblenden, die sich vor allem aus Tatas Erzählungen entspinnen, entfaltet sich das Leben, Leiden und die Leidenschaft dieser Donna Mimì in großer Intensität, die einen bannen kann. Unterfüttert mit dem damaligen Glauben an Hexenmagie und den gesellschaftlichen Herausforderungen und Bedingungen des damaligen Sardiniens erfahren wir nicht nur die dann doch vor allem weltlichen, nichtsdestotrotz erschütternden Dramen, die sich über zerstörerische Familiengeheimnisse in sich verselbständigende Mythen verwandelten. Wir dürfen auch eintauchen in eine gar nicht so alte Verfasstheit der Sardischen Gesellschaft und in seine spezielle, sehr alte mythologische Kultur.
In intensiven und emotionalen Bildern lässt Maria Laura Berlinguer die Vergangenheit aufleben, und viele der Charaktere erscheinen zwar zerrissen, zum Teil grausam, aber zumeist verstehbar. Vereinzelt hätte ich mir dennoch gewünscht, mehr über die Grausamsten von ihnen zu erfahren, deren Geschichte eher unvermittelt endet, sobald das Geheimnis gelüftet wurde. Denn – ohne etwas vorweg nehmen zu wollen – haben diese Personen weiterhin die Schicksale der nächsten Generationen geprägt.
Ähnlich ging es mir mit der Rahmenhandlung in der Gegenwart, die auch mehr von der Intensität, die wir in der Vergangenheitsbewältigung erfahren, und der Beleuchtung der sozialen Verflechtungen verdient hätte. Insgesamt ein sehr lesenswertes Buch, das ich schnell verschlungen habe.
In intensiven und emotionalen Bildern lässt Maria Laura Berlinguer die Vergangenheit aufleben, und viele der Charaktere erscheinen zwar zerrissen, zum Teil grausam, aber zumeist verstehbar. Vereinzelt hätte ich mir dennoch gewünscht, mehr über die Grausamsten von ihnen zu erfahren, deren Geschichte eher unvermittelt endet, sobald das Geheimnis gelüftet wurde. Denn – ohne etwas vorweg nehmen zu wollen – haben diese Personen weiterhin die Schicksale der nächsten Generationen geprägt.
Ähnlich ging es mir mit der Rahmenhandlung in der Gegenwart, die auch mehr von der Intensität, die wir in der Vergangenheitsbewältigung erfahren, und der Beleuchtung der sozialen Verflechtungen verdient hätte. Insgesamt ein sehr lesenswertes Buch, das ich schnell verschlungen habe.