Eine unsterbliche Liebe

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gerwine ogbuagu Avatar

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Wir begeben uns auf eine wunderbare Reise beim Lesen dieses fantastischen Romans. Die Geschichte beginnt in der Gegenwart, nimmt uns dann bald mit in die Vergangenheit. Iride kehrt in ihr Heimatdort auf Sardinien zurück, nachdem ihr Vater gestorben ist. Sie stößt auf ein Geheimnis, das mit ihrer weiblichen Familie zu tun hat – es geht um ihre Ururgroßmutter Mimi und deren Schicksal. Alles geschah bereits im 19. Jahrhundert.
Iride bekommt Hilfe von ihrem Jugendfreund Piero.
Die Geschichte durchzieht eine mystische Stimmung – geheimnisvoll und durchdrungen von Traditionen, wie man sie auf Sardinien findet. Sie beginnt in der Gegenwart, Oktober 2022 und geht in weiteren Kapiteln dann 123 Jahre zurück, ins Jahr 1899.
Das Haus Dessi wird atmosphärisch beschrieben, Tonino Oppes besucht seine schwangere Tochter Mimi, die mit Augusto Dessi verheiratet ist. Sie hat bereits die kleine Tochter Paola, die wir ebenfalls in der Szene antreffen. Bald wird klar, wer im Haus das Zepter führt, nämlich die Schwester von Mimis Gatten. Es sieht so aus, dass mit dem Eintreffen von Elizabeth Hope aus England die Gruppendynamik im Haus eine neue Richtung nehmen wird. Sie und Mimi werden eine Freundschaft beginnen, die Mimi aus einer quälenden Isolation befreien wird, die ihre Schwägerin und sogar ihr Ehemann ihr auferlegen. An einer Stelle auf S.102 vergleicht Elisabeth Mimis Zustand mit einer Art Strafe denn „schließlich war (auch) sie von ihrem Vater gedrängt worden, einen Adligen zu heiraten, und saß nun in einem Leben fest, das sie gar nicht wollte…“. Immer wieder durchziehen Andeutungen den Text, dass das Seelenmahl an diesem 1. November denkwürdig sein würde… Wie denkwürdig dieser erste November wird, verfolgen wir atemlos, während wir diesen „pageturner“ nicht aus der Hand legen können. Berlinguer ist eine Meisterin des magischen Realismus. Die vielen Beschreibungen der sardischen Kultur regen an, sich im Nachgang mehr mit der prähistorischen Kultur der Insel zu beschäftigen.
„In unserer Kultur stellen die Ahnen die Verbindung zwischen Vergangenheit und Zukunft dar, sie sind wie die Wurzeln eines Baumes: Fundamente für das Wachstum, für die Blätter und Früchte. Unsere Ahnen führen uns.“ Dieses Wissen nehmen wir außerdem mit, wenn wir uns von diesen Erkenntnissen angezogen fühlen. Aus Erfahrung kann ich zustimmen. Diese wunderbare Erzählung könnte immer so weitergehen und uns noch mehr davon erzählen, dass
„die Zeit keine gerade Linie darstellt, sondern in Kreisen verläuft und die Toten zurückkehren lässt.“ Unsere Toten sind bei uns, sie sind Seelen keine Geister. Aber nicht jeder kann sie wahrnehmen.