Spirituelle Familiengeschichte
Das Buch hat ein wunderschönes, gemaltes Cover. Es passt sehr gut zu einer Familiengeschichte. Die Handlung spielt in der italienischen Gesellschaft. Die Protagonistin Iride kehrt aufgrund einer Trauerfeier zurück in ihre Heimat und das alte Haus ihrer Familie. Dort kommt es gleich zum Wiedersehen mit ihrem Jugendfreund Piero. Beide begeben sich in die Recherche ihrer spannenden Familiengeschichte.
Anders als erwartet, spielt der größte Teil der Geschichte in der Vergangenheit um 1899 auf Sardinien bei der Vorfahrin von Iride: Mimi, ihre Ururgroßmutter mit ihrer schwierigen Ehe und gleichzeitig Hingezogenheit zu dem Banditen Emanuele. Ich war etwas überrascht, dass in der Inhaltsangabe des Buchrückens eigentlich quasi das halbe Buch inhaltlich bereits kurz zusammengefasst steht. Natürlich wird der Wertegang dort nur angedeutet und die Geschichte bleibt bis zum Schluss arg spannend und hält auch ein unerwartetes Ende bereit.
Beeindruckend hat mich die Freundschaft von Mimi zu der unabhängigen und intelligenten Engländerin Elisabeth. Die eingeflochtenen englischen Aussprüche von ihr in den Dialogen waren sehr amüsant. Zwischen beiden besteht eine Seelenverbundenheit und aufrichtige Freundschaft. Wie sie sich für Mimi einsetzen und ihr mit Rat bei steht, ist besonders!
Gut haben mir die dargestellten alte Riten, Traditionen und Ahnenkultur gefallen, in dem auch das Übernatürliche, die Kräuterkunde und Heilwirkung beleuchtet wird. Die Handlung spielt teilweise an historischen Orten Sardiniens, so dass man ein Gefühl für die Insel und deren geschichtlichen Entwicklung erhält.
So richtig kann ich nicht greifen, zu welchem Genre die Geschichte zählt. Sie ist spannend, aber durch den geschichtlichen Kontext auch einengend, brutal und streckenweise hoffnungslos für die Frauen der damaligen Zeit. Neben den besonderen liebevollen aufopferungsvollen Frauen der Vergangenheit, sind natürlich auch Neid und Intrigen vertreten sowie schwere Schicksalsschläge.
Sprachlich enthielt das Buch wunderschöne Stellen:
"Es bedurfte einer tiefen Verbindung zur Natur. Nur wer diese Gabe besaß, vernahm das Flüstern der Pflanzen und konnte entschlüsseln, welche Blätter, Wurzeln und Blumen heilen oder eine unruhige Seele besänftigen konnten. Nur wer über das seltene Feingefühl verfügte, den Beiklang des Windes und das Murmeln des Wassers zu begreifen, konnte darauf hoffen, denjenigen Linderung zu verschaffen, die es benötigten." S. 57
"Geschmeidig und giftig wie eine Schlange fand die Nachricht den Weg in das Haus der Dessìs, ohne anzuklopfen oder um Zutritt zu bitten." S. 181
"Ich verlange nicht von Ihnen, dass Sie Ihre Gefühle unterdrücken, Donna Mimì, aber sehen Sie sie als das, was sie sind. Lassen Sie nicht zu, dass diese Gefühle zu einem Gefängnis werden. Wahre Liebe zerstört nicht. Sie heilt." S. 184
"Das Haus schien lebendig zu sein: jedes Knarren, jedes leise Gurgeln der Rohrleitungen ein Flüstern, das sie rief." S. 207
"Tata war bereits aufgestanden, als die spindeldürren Finger der Morgenröte den dunklen Mantel der Nacht zerrissen und Padria von den Schatten befreiten." S. 336
Das Buch passt perfekt zum Herbst, durch die düstern mystische Handlung und gleichzeitig kuscheligen, kulinarischen und duftenden Vibes.
Anders als erwartet, spielt der größte Teil der Geschichte in der Vergangenheit um 1899 auf Sardinien bei der Vorfahrin von Iride: Mimi, ihre Ururgroßmutter mit ihrer schwierigen Ehe und gleichzeitig Hingezogenheit zu dem Banditen Emanuele. Ich war etwas überrascht, dass in der Inhaltsangabe des Buchrückens eigentlich quasi das halbe Buch inhaltlich bereits kurz zusammengefasst steht. Natürlich wird der Wertegang dort nur angedeutet und die Geschichte bleibt bis zum Schluss arg spannend und hält auch ein unerwartetes Ende bereit.
Beeindruckend hat mich die Freundschaft von Mimi zu der unabhängigen und intelligenten Engländerin Elisabeth. Die eingeflochtenen englischen Aussprüche von ihr in den Dialogen waren sehr amüsant. Zwischen beiden besteht eine Seelenverbundenheit und aufrichtige Freundschaft. Wie sie sich für Mimi einsetzen und ihr mit Rat bei steht, ist besonders!
Gut haben mir die dargestellten alte Riten, Traditionen und Ahnenkultur gefallen, in dem auch das Übernatürliche, die Kräuterkunde und Heilwirkung beleuchtet wird. Die Handlung spielt teilweise an historischen Orten Sardiniens, so dass man ein Gefühl für die Insel und deren geschichtlichen Entwicklung erhält.
So richtig kann ich nicht greifen, zu welchem Genre die Geschichte zählt. Sie ist spannend, aber durch den geschichtlichen Kontext auch einengend, brutal und streckenweise hoffnungslos für die Frauen der damaligen Zeit. Neben den besonderen liebevollen aufopferungsvollen Frauen der Vergangenheit, sind natürlich auch Neid und Intrigen vertreten sowie schwere Schicksalsschläge.
Sprachlich enthielt das Buch wunderschöne Stellen:
"Es bedurfte einer tiefen Verbindung zur Natur. Nur wer diese Gabe besaß, vernahm das Flüstern der Pflanzen und konnte entschlüsseln, welche Blätter, Wurzeln und Blumen heilen oder eine unruhige Seele besänftigen konnten. Nur wer über das seltene Feingefühl verfügte, den Beiklang des Windes und das Murmeln des Wassers zu begreifen, konnte darauf hoffen, denjenigen Linderung zu verschaffen, die es benötigten." S. 57
"Geschmeidig und giftig wie eine Schlange fand die Nachricht den Weg in das Haus der Dessìs, ohne anzuklopfen oder um Zutritt zu bitten." S. 181
"Ich verlange nicht von Ihnen, dass Sie Ihre Gefühle unterdrücken, Donna Mimì, aber sehen Sie sie als das, was sie sind. Lassen Sie nicht zu, dass diese Gefühle zu einem Gefängnis werden. Wahre Liebe zerstört nicht. Sie heilt." S. 184
"Das Haus schien lebendig zu sein: jedes Knarren, jedes leise Gurgeln der Rohrleitungen ein Flüstern, das sie rief." S. 207
"Tata war bereits aufgestanden, als die spindeldürren Finger der Morgenröte den dunklen Mantel der Nacht zerrissen und Padria von den Schatten befreiten." S. 336
Das Buch passt perfekt zum Herbst, durch die düstern mystische Handlung und gleichzeitig kuscheligen, kulinarischen und duftenden Vibes.