Vergangenheit und Gegenwart in Sardinien - wer das mag, wird das Buch lieben

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susiecue Avatar

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Beim Lesen von Der Abend der Seelen hatte ich das Gefühl, in eine Welt einzutauchen, die gleichzeitig geheimnisvoll, sinnlich und tief verwurzelt in sardischer Tradition ist. Die Atmosphäre hat mich sofort gepackt: die Landschaft, die Gerüche, die alten Bräuche – alles wirkt lebendig und fast magisch.

Besonders berührt hat mich die Verbindung zwischen den beiden Zeitebenen. Während ich Iride in der Gegenwart begleite, spüre ich, wie stark die Vergangenheit ihrer Familie nachwirkt. Mimìs Geschichte im Jahr 1899 hat mich emotional am meisten erreicht: ihr Mut, ihre Sehnsucht, ihre Konflikte zwischen Pflicht und Freiheit. Ich mochte, wie sich ihre Erlebnisse langsam mit Irides Fragen und Zweifeln verweben.

Für mich ist das Buch weniger ein schneller Spannungsroman, sondern eher ein atmosphärisches Eintauchen in eine Familiengeschichte voller Geheimnisse, Traditionen und leiser Tragik. Es hat mich nachdenklich zurückgelassen – und mit dem Gefühl, Sardinien ein Stück besser zu verstehen.

Stärken des Romans
Atmosphäre & Setting: Die Beschreibungen Sardiniens sind intensiv und lebendig. Landschaft, Düfte, Farben und regionale Spezialitäten schaffen ein starkes Gefühl von Ort und Kultur.

Zwei Zeitebenen: Die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart funktioniert sehr gut.

Mystik & Tradition: Der Roman greift sardische Bräuche, Aberglauben und die Bedeutung des „Abends der Seelen“ auf. Diese mystischen Elemente verleihen der Geschichte eine besondere Stimmung und heben sie von klassischen Familienromanen ab .

Figurenzeichnung: Besonders Tata Manuella, die Hüterin der Familiengeheimnisse, und Mimì, die zwischen Pflicht und Freiheit ringt, bleiben im Gedächtnis.



Schwächen:
Die vielen Familienverbindungen waren etwas verwirrend — ein Stammbaum hätte geholfen .

Sehr viele Wörter, bei denen ich die Bedeutung gern erklärt gehabt hätte..


Fazit:
Wer Geschichten liebt, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander verweben, und sich für sardische Kultur interessiert, wird hier viel entdecken.

Es ist ein Buch, das weniger durch Tempo, sondern durch Atmosphäre, Tradition und die Kraft von Erinnerungen wirkt — manchmal geheimnisvoll, manchmal tragisch, aber immer eindrucksvoll.