Unausgegoren und enttäuschend

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mianna Avatar

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Iride kehrt wegen des Todes ihres Vaters nach Sardinien zurück. Um ihre Familie ranken sich viele Legenden und nicht nur Iride hat einen schmerzhaften Verlust erlitten. Auch ihre Ururgroßmutter Mimi lebte unter unglücklichen Umständen. Unerwartet entfaltet der Abend der Seelen (Allerheiligen) seine Wirkung und legt einiges über ihre Familie frei. Und auch zu ihrem Kindheitsfreund Piero knüpfen sich zarte Bande.

Die Geschichte beginnt vielversprechend. Man erwartet, dass sich aus Iride und Piero mehr entwickelt und ihre aktuelle, anscheinend schwierige Lebenssituation vertieft wird. Außerdem erwartet man wegen der vielen Andeutungen zum 01.November und zu der Kultur- und Glaubenswelt Sardiniens, dass dies die Liebesgeschichte durchzieht. Und man erwartet, dass sich Mimis Geschichte aufklärt und sich dies auf Irides (Liebes-)Leben auswirkt. Es werden viele Erwartungen geschürt, die nicht erfüllt werden. Die Erzählung ist an vielen Stellen wage und dann unerwartet ganz klar, aber trotzdem unlogisch. Es wirkt sehr konstruiert.
Die zwei Erzählstränge laufen zwar parallel und die Geschichte um Mimi ist sehr tiefgründig und mitreißend, aber ebenso ist sie dürftig und unglaubwürdig. Iride dagegen wird oberflächlich und bruchstückenhaft beschrieben. Die Charaktere bleiben seltsam fern.
Die Geschichte zwischen Iride und Piero ist leider ebenfalls oberflächlich gehalten. Piero wirkt wie ein Platzhalter, ebenso wie seine Dialoganteile häufig eher lehrmeisterlich, etwas aufgesetzt daherkommen.
Die Rückblicke in Mimis Leben sind sehr spannend und kurzweilig. Anders als die Entwicklungen um Iride, die an der Grenze zu Schnulz liegen.

Die Geschichte hat viele Erwartungen geschürt und diese enttäuscht. Die Erzählung um Mimi ist sehr bewegend, aber auch sehr überkonstruiert. Am Ende muss alles gut werden.