Viel Atmosphäre, wenig Tiefe
An diesem Roman haben mich vor allem das sardische Setting und die Thematik gereizt. Mich interessiert, wie Allerheiligen in unterschiedlichen Kulturen gefeiert wird, und die Leseprobe sowie der Verlagstext ließen auf ein Familiengeheimnis schließen, das eng mit der Spiritualität und Mythologie Sardiniens verbunden ist. Entsprechend gespannt war ich auf den Roman.
Leider geraten ausgerechnet diese beiden Aspekte weitgehend in den Hintergrund. Zwar erleben wir auf zwei Zeitebenen die Vorbereitungen auf traditionelle Feierlichkeiten, diese bilden jedoch hauptsächlich die Kulisse für die Liebesgeschichte zwischen Irides Vorfahrin Mimì und Emanuele, ihrer verbotenen Liebe. Über die beiden Erzählstränge in Vergangenheit und Gegenwart kommen wir nach und nach auch dem angekündigten Familiengeheimnis näher. Da sich auf beiden Zeitebenen Frauen mit Archäologie und der sardischen Nuraghenkultur beschäftigen, hätte es viele Möglichkeiten gegeben, alte Riten und mythologische Überlieferungen stärker in die Handlung einzubinden. Stattdessen bleiben sie für meinen Geschmack weitgehend dekoratives Beiwerk. Selbst spirituelle Handlungen und Rituale, die zunächst als wichtige Handlungstreiber aufgebaut werden, werden kaum näher erläutert, sodass man hinterher nicht viel schlauer ist als zuvor. Schade, denn gerade darüber hätte ich gerne mehr erfahren.
Auch die Figuren, besonders auf der Zeitebene der Vergangenheit, bleiben insgesamt recht eindimensional. Insbesondere die Liebesgeschichte konnte mich mit ihren klischeehaften Darstellungen nicht überzeugen.
Was Maria Laura Berlinguer dagegen wunderbar gelingt, ist die sinnliche Beschreibung Sardiniens im Herbst. Kräuter duften, Teig wird geknetet, Mahlzeiten werden zubereitet und Getränke gebraut. Hier wird die Atmosphäre der Jahreszeit und ihrer traditionellen Feste tatsächlich lebendig.
Für mich verschenkt der Roman viel Potenzial. Die Verbindung von Familien- und Liebesgeschichte, Mythologie, Archäologie und dem Schauplatz Sardinien hätte einen spannenden Roman ergeben können. Stattdessen ist es für meinen Geschmack eine recht abgedroschene Liebesgeschichte vor einer stimmungsvollen Kulisse geworden, die mich leider kaum begeistern konnte.
Leider geraten ausgerechnet diese beiden Aspekte weitgehend in den Hintergrund. Zwar erleben wir auf zwei Zeitebenen die Vorbereitungen auf traditionelle Feierlichkeiten, diese bilden jedoch hauptsächlich die Kulisse für die Liebesgeschichte zwischen Irides Vorfahrin Mimì und Emanuele, ihrer verbotenen Liebe. Über die beiden Erzählstränge in Vergangenheit und Gegenwart kommen wir nach und nach auch dem angekündigten Familiengeheimnis näher. Da sich auf beiden Zeitebenen Frauen mit Archäologie und der sardischen Nuraghenkultur beschäftigen, hätte es viele Möglichkeiten gegeben, alte Riten und mythologische Überlieferungen stärker in die Handlung einzubinden. Stattdessen bleiben sie für meinen Geschmack weitgehend dekoratives Beiwerk. Selbst spirituelle Handlungen und Rituale, die zunächst als wichtige Handlungstreiber aufgebaut werden, werden kaum näher erläutert, sodass man hinterher nicht viel schlauer ist als zuvor. Schade, denn gerade darüber hätte ich gerne mehr erfahren.
Auch die Figuren, besonders auf der Zeitebene der Vergangenheit, bleiben insgesamt recht eindimensional. Insbesondere die Liebesgeschichte konnte mich mit ihren klischeehaften Darstellungen nicht überzeugen.
Was Maria Laura Berlinguer dagegen wunderbar gelingt, ist die sinnliche Beschreibung Sardiniens im Herbst. Kräuter duften, Teig wird geknetet, Mahlzeiten werden zubereitet und Getränke gebraut. Hier wird die Atmosphäre der Jahreszeit und ihrer traditionellen Feste tatsächlich lebendig.
Für mich verschenkt der Roman viel Potenzial. Die Verbindung von Familien- und Liebesgeschichte, Mythologie, Archäologie und dem Schauplatz Sardinien hätte einen spannenden Roman ergeben können. Stattdessen ist es für meinen Geschmack eine recht abgedroschene Liebesgeschichte vor einer stimmungsvollen Kulisse geworden, die mich leider kaum begeistern konnte.