Zelebrierte verlorene Liebe

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Der Abend der Seelen von Maria Laura Berlinguer hat mich mit seiner besonderen Atmosphäre, den Familiengeheimnissen und der sardischen Kulisse gut unterhalten, auch wenn mich der Roman insgesamt nicht vollständig überzeugen konnte. Iride kehrt nach dem Tod ihres Vaters und nach ihrer Scheidung in ihren Heimatort Padria zurück. Dort stößt sie auf die Geschichte ihrer Ururgroßmutter Mimì, deren unglückliche Ehe und verbotene Liebe zu einem berüchtigten Banditen bis in die Gegenwart hineinwirken.

Gefallen hat mir die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart. Durch die Erzählungen von Tata Manuella wird Mimìs Geschichte nach und nach lebendig, während Iride gemeinsam mit ihrem Kindheitsfreund Piero versucht, die Geheimnisse ihrer Familie zu entschlüsseln. Die sardische Landschaft, alte Traditionen und die mystische Stimmung rund um den „Abend der Seelen“ verleihen dem Roman eine sinnliche und geheimnisvolle Note. Auch der bildhafte, gefühlvolle Schreibstil passt gut zu dieser Geschichte.

Allerdings war mir die Handlung stellenweise etwas zu ruhig und vorhersehbar, und nicht alle Entwicklungen konnten mich gleichermaßen erreichen. Insgesamt eine atmosphärische Familiengeschichte über Liebe, Verlust und die Suche nach dem eigenen Weg, die mich zwar unterhalten, aber nicht nachhaltig überzeugen konnte. 3 von 5 Sternen.