Atmosphärisch
Dieser Auftakt hat mich mit seiner dichten Atmosphäre sofort hineingezogen. Das aufziehende Gewitter, das sich über Seiten hinweg bedrohlich zusammenbraut, ist so anschaulich geschildert, dass man das Grollen beinahe hört. Michel Gruber, der alte Wirt, der sich als Erwachsener für seine Angst schämt, ist eine anrührende Hauptfigur. Seine Erinnerungen an den brennenden Konnertshof, den Opa als Beschützer unter dem Tisch und den tödlichen Unfall des Hübner vor der Tür zeigen, wie viel Leben in diesem Wirtshaus steckt, ohne dass es erklärend wirkt.
Besonders gefallen hat mir, wie beiläufig das Dorfleben entsteht: die Prospekte auf dem Fenstersims, die zerfledderten Fotoalben, die Leica des Vaters, die Gretel, deren Negative nach ihrem Tod weggeworfen wurden. Das hat eine leise Wehmut über das Verschwinden von Erinnerungen, die sich durch den ganzen Text zieht. Auch Liz, die als Österreicherin und Frau den reinen Männerstammtisch aufgemischt hat, bringt Wärme und einen feinen Humor in die Szene.
Die Geschichte vom Donnerwettertisch aus dem Holz des umgestürzten Kirschbaums ist ein schöner Kunstgriff. Dass jeder am Stammtisch eine eigene Version über die Herkunft der Setzlinge erzählt, erinnert augenzwinkernd daran, wie Dorfgeschichten wachsen und sich verändern. Das Wirtshaus wird so zum Ort, an dem Gemeinschaft entsteht.
Etwas Geduld verlangt der gemächliche Erzählton mit seinen vielen Rückblenden und Abschweifungen, ein schneller Plot ist hier nicht zu erwarten. Mir gefällt dieses ruhige Erzählen aber, es passt zum Ort und zu seinem Wirt. Ich bin gespannt, welche Geschichten sich noch am Tisch ansammeln und was Michel Gruber, der Baum und seine Gäste noch zu erzählen haben.
Besonders gefallen hat mir, wie beiläufig das Dorfleben entsteht: die Prospekte auf dem Fenstersims, die zerfledderten Fotoalben, die Leica des Vaters, die Gretel, deren Negative nach ihrem Tod weggeworfen wurden. Das hat eine leise Wehmut über das Verschwinden von Erinnerungen, die sich durch den ganzen Text zieht. Auch Liz, die als Österreicherin und Frau den reinen Männerstammtisch aufgemischt hat, bringt Wärme und einen feinen Humor in die Szene.
Die Geschichte vom Donnerwettertisch aus dem Holz des umgestürzten Kirschbaums ist ein schöner Kunstgriff. Dass jeder am Stammtisch eine eigene Version über die Herkunft der Setzlinge erzählt, erinnert augenzwinkernd daran, wie Dorfgeschichten wachsen und sich verändern. Das Wirtshaus wird so zum Ort, an dem Gemeinschaft entsteht.
Etwas Geduld verlangt der gemächliche Erzählton mit seinen vielen Rückblenden und Abschweifungen, ein schneller Plot ist hier nicht zu erwarten. Mir gefällt dieses ruhige Erzählen aber, es passt zum Ort und zu seinem Wirt. Ich bin gespannt, welche Geschichten sich noch am Tisch ansammeln und was Michel Gruber, der Baum und seine Gäste noch zu erzählen haben.